© Peter Kneffel

Söders Quarantäne erschwert Sitzung des Kabinetts

München (dpa/lby) – Trotz der Quarantäne von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) befasst sich das Kabinett am Dienstag (10.00 Uhr) erneut mit der aktuellen Corona-Lage im Freistaat. Im Fokus dürfte dabei der ab dem 27. Dezember erhoffte Start der Impfungen gegen das Virus stehen. Wegen Söders Quarantäne wurde die geplante Pressekonferenz nach der Sitzung abgesagt.

Es bleibt offen, wie viele Impfdosen Bayern zunächst erhält. Das Mittel wird zentral vom Bund an die Länder weitergegeben, diese organisieren dann die Verteilung in die verschiedenen Impfzentren im Land. Die höchste Prioritätsstufe bei den Impfungen haben zunächst unter anderem Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, über 80-Jährige und auch medizinisches und pflegerisches Personal, das durch die Arbeit besonders stark gefährdet ist, sich anzustecken.

Am Montag erteilte die EU-Kommission dem Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer die Marktzulassung. Zuvor hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) grünes Licht für seine Zulassung in der EU gegeben. Das Mittel wird bereits in einigen anderen Ländern wie den USA, Großbritannien und Israel verwendet.

Praktisch zeitgleich zur Nachricht der EMA schrieb Söder am Montag beim Kurznachrichtendienst Twitter, dass er sich wegen eines nachgewiesenen Corona-Falls in seinem Kabinett in Quarantäne begebe. «Die Amtsgeschäfte werde ich digital weiterführen.» Damit muss Söder über die Weihnachtstage vorerst in Isolation bleiben.

Frühestens nach zehn Tagen kann die Quarantäne einer sogenannten Kontaktperson 1 mit einem negativen Test beendet werden – das wäre der 31. Dezember. Zuvor war der Test von Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) positiv ausgefallen, der mit Söder die Corona-Politik des Freistaates federführend koordiniert.

Nach Angaben aus der Staatskanzlei war Söder am Montagmorgen zuletzt auf Corona getestet worden, das Ergebnis sei negativ gewesen, sagte eine Sprecherin. Anschließend hatte Söder dann aber eine Besprechung mit Herrmann. Auch Söders Regierungssprecher musste sich am Montag in Quarantäne begeben.