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Bayerns Heimatminister sieht Münchner Versäumnisse

München (dpa/lby) – Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker (CSU) sieht Versäumnisse in der Münchner Stadtentwicklung. «Die Zweite Stammstrecke hätte man vielleicht vor 15 Jahren schon bauen müssen», sagte er im Interview der Münchner «Abendzeitung» (Samstagsausgabe) über die Münchner S-Bahn-Hauptstrecke. Es nerve ihn, wenn er in der Stadt fahren müsse. «Das ist nicht kalkulierbar. Auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln soll es nicht anders sein.»

Immer wieder kommt es auf der sogenannten S-Bahn-Stammstrecke zu Störungen mit Zugausfällen und Sperrungen. Die Stammstrecke verläuft weitgehend unterirdisch durch die Münchner Innenstadt. Täglich fahren dort rund 1000 Züge. Der Bahn zufolge gibt es nirgendwo in Europa mehr Verkehr auf zwei Gleisen. Rund 840 000 Menschen nutzen werktags die S-Bahn. Zur Entlastung des für Störungen anfälligen Netzes wird in der Landeshauptstadt eine zweite Stammstrecke gebaut. Sie soll 2028, zwei Jahre später als geplant, in Betrieb gehen und überwiegend durch einen neuen Tunnel verlaufen.

Und auch zur immer wieder diskutierten Frage, ob München in Zeiten des Wohnungsmangels Hochhäuser braucht, äußert Füracker sich in dem Interview: «Ich verstehe nicht, dass in München nicht längst mehr in die Höhe gebaut worden ist.»