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Bayern vor Systemkorrektur: Kovac sieht Gefahr

München (dpa) – Der vor allem von Coach Pep Guardiola kultivierte Ballbesitzfußball könnte beim FC Bayern unter Niko Kovac deutlich modifiziert werden. Der neue Trainer des Rekordmeisters schrieb in einer Kolumne der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» am Donnerstag, dass für ihn Geschwindigkeit im Spiel wesentlich wichtiger sei als den Ball unbedingt lange in den eigenen Reihen zu halten. «Die Schnellen fressen die Langsamen», resümierte der Kroate.

«Ohne Geschwindigkeit bringt Ballbesitz heutzutage nicht mehr viel. Und wenn Spieler im Laufe der Endlos-Kombinationen auch noch weit vorrücken, wird der Ballbesitzfußball sogar gefährlich, weil bei Ballverlust so viele Räume für den Gegner zum Kontern entstehen», erklärte der 46 Jahre alte Kovac. «Und das Umschaltspiel, offensiv wie defensiv, steht und fällt natürlich mit der Schnelligkeit.»

Bei den Münchnern hatte vor allem Guardiola in seinen drei Jahren von 2013 bis 2016 unbedingten Ballbesitz und teils lange Ballstafetten geprägt. Damit wurde der Spanier zwar dreimal deutscher Meister, in der Champions League aber scheiterte er dreimal im Halbfinale.