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Müllers Medaille im Bad: Im Fall Messi «nix machen»

München (dpa/lby) – Im Urlaubsmodus kann sich Thomas Müller auch mal Gedanken über ganz andere Dinge als Fußball machen. Mit seiner Frau Lisa will der Offensivstar des FC Bayern München ein Projekt in den eigenen vier Wänden angehen. Der Außentisch auf der Terrasse des Hauses bräuchte mal ein Heizelement, «dass man länger draußen sitzen kann», verriet der 30-Jährige am Donnerstag bei einem Sponsorentermin für Möbel Höffner, dessen Werbegesicht er ist. Das hätten die Müllers schon «länger im Kopf. Wir bleiben dran.»

Vier Tage nach der Champions-League-Krönung von Lissabon, bei der die Münchner das Triple perfekt machten, warb Müller pflichtgemäß und unterhaltsam für die Wiedereröffnung des Einrichtungsprofis. Dabei verriet er, dass seine Medaille aktuell im Badezimmer liege.

Natürlich wurde er auch nach dem privaten Einrichtungsstil gefragt: eine Mischung aus Landhaus und Modernität. Aber natürlich ging es auch um Fußball. Nach zwei Wochen Urlaub geht es für Müller & Co. ja bald schon wieder los. «Egal in welcher Branche, man muss es sich immer wieder neu erarbeiten, jeden Tag geht’s von vorne los», meinte er auf die Frage, was seine Mannschaft in der kommenden Saison stoppen könne. «Ich glaube, wir sind gut aufgestellt, keine Frage.»

Lionel Messi wird jedenfalls nicht zum FC Bayern wechseln. «Ich habe in den letzten Monaten ein-, zweimal mit unserem Finanzvorstand gesprochen und da können wir, glaube ich, nix machen», meinte Müller launig auf die Frage, ob der beim FC Barcelona abwanderungswillige Superstar nichts für den FC Bayern sei. «Der Tag, an dem Lionel Messi und Barcelona getrennte Wege gehen, muss natürlich irgendwann kommen. Natürlich dachte man eher, dass das das Karriereende sein wird. Jetzt ist es scheinbar anders, ich bin in der Materie aber nicht drin.»

Auch Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hält das wilde Messi-Gerücht für nicht seriös. «Wir können einen Spieler dieser Größenordnung nicht bezahlen. Das ist nicht Teil unserer Politik und Philosophie», sagte der 64-Jährige der italienischen Zeitung «Tuttosport». In Corona-Zeiten reiche selbst ein reicher Besitzer nicht. «Es muss ein superreicher sein.»

Viel besser als mit den Befindlichkeiten des 33-jährigen Messi kennt sich Müller mit der deutschen Nationalmannschaft aus. Bundestrainer Joachim Löw hatte im vergangenen Jahr im Zuge des Umbruchs die Karrieren des Vorzeige-Bayern, von Mats Hummels und auch Jérôme Boateng in der deutschen Auswahl beendet.

Ein Umdenken des Nationaltrainers ist weiter sehr unwahrscheinlich. Löw sagte erst bei der Kaderbekanntgabe für die anstehenden Spiele in der Nations League, dass er «zum jetzigen Zeitpunkt» keinen Anlass sehe, die Triple-Gewinner Müller und Boateng in die Nationalelf zurückzuholen. «So, wie es jetzt aussieht, ist dieser Weg gut, und da gibt es keine Veranlassung, was zu verändern.»

Dem hat Müller, der nach einer schwierigen Phase unter dem im November freigestellten Niko Kovac bei Nachfolger Hansi Flick wieder zur Bestform gefunden hat, selbst auch nicht viel beizufügen. «Natürlich ist in den letzten Monaten aufgrund des mannschaftlichen Erfolgs und meiner Rolle darin diese Nationalmannschaftsfrage wieder aufgetaucht, aber es wurden von allen Seiten relativ klare Aussagen getätigt», urteilte Müller. «Deswegen gibt es da keinen neuen Stand und es ist für mich aktuell auch kein Thema.»