Ein Schild weist zum Haupteingang des neuen Universitätsklinikums Augsburg., © Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild

Bayern muss Uniklinik für Milliardenaufwand modernisieren

Der Freistaat muss das erst vor knapp vier Jahren übernommene Augsburger Uniklinikum für einen Milliardenbetrag modernisieren. Der bayerische Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) sagte in einem Interview der «Augsburger Allgemeinen», dass er einen Neubau des 40 Jahre alten Krankenhauskomplexes bevorzuge.

Nach den bisherigen Zahlen würde eine Sanierung des Altbaus «sehr viel länger dauern und sehr viel aufwendiger sein» als ursprünglich angenommen. «Bei einer Sanierung müssten wir ein Interims-Krankenhaus in der Größe eines Kreiskrankenhauses errichten», betonte der Minister. Eine Sanierung im laufenden Betrieb sei immer nur eine Notlösung. Eine konkrete Kostenplanung gebe es noch nicht, es werde aber «in jedem Fall ein Milliardenprojekt», meinte Blume. Die Entscheidung über die Modernisierung solle bis Ende 2023 fallen.

Bayern hatte das bis dahin kommunale Großkrankenhaus, das aktuell 1740 Betten hat, erst im Januar 2019 offiziell übernommen. Politiker aus der Region Augsburg hatten Jahrzehnte dafür gekämpft, dass das Klinikum zu einer Uniklinik aufgewertet wird. Parallel dazu gründete der Freistaat an der Augsburger Uni eine neue Medizinfakultät. Derzeit wird rund um das Uniklinikum ein Medizincampus gebaut, auch für den Aufbau der neuen Fakultät mit mehr als 100 Professorinnen und Professoren muss Bayern bereits einen Milliardenbetrag aufwenden. Später sollen einmal 1500 Medizin-Studienplätze in Augsburg angeboten werden.