Blick über herbstlich rot und gelb gefärbte Bäume., © Daniel Vogl/dpa/Symbolbild

Bayern komplettiert Netz an Naturwäldern

Mit der Ausweisung dreier neuer Schutzflächen hat der Freistaat Bayern sein Netzwerk an Naturwäldern komplettiert. Damit stünden nun in Bayern 83.000 Hektar ökologisch besonders wertvoller Wälder unter dauerhaftem Schutz, sagte Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) am Freitag in Nürnberg. Bei den drei neuen Flächen handelt es ich um ein Areal im Nürnberger Reichswald, die Laubwälder an den Rodachhängen bei Nordhalben in Oberfranken und die Auwälder zwischen Neu-Ulm und Illertissen.

«Unsere Naturwälder sind Hotspots der Artenvielfalt. Sie sollen sich künftig frei und ungestört entwickeln und allen Bürgerinnen und Bürgern als Orte der Erholung offenstehen», sagte Kaniber. Auf den Naturwaldflächen findet dauerhaft keine Holznutzung mehr statt. Abgestorbene Bäume bleiben etwa stehend oder liegen als Totholz im Wald und dienen als Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betonte die Bedeutung der bayerischen Wälder, auch als Kohlendioxid-Speicher im Kampf gegen den Klimawandel. «Bayern ist Waldland Nummer eins – wir haben den meisten Wald in ganz Deutschland», sagte Söder. Der Staatswald müsse künftig noch stärker als Standort etwa für Windräder genutzt werden. «Der Wald soll Klimawald werden», sagte Söder. Dazu gehöre auch, Holz als Baustoff stärker zu nutzen.

Das Netz von Naturwäldern wie nun in Nürnberg oder Nordhalben, mit dem die Staatsforsten auch auf Einnahmen aus der Holzwirtschaft verzichteten, sieht Söder auch als Alternative für große Nationalparks, deren Ausweisung häufig schwierig durchzusetzen sei.

Der Bund Naturschutz (BN) in Bayern kritisierte das Konzept der Staatsregierung. Auch wenn die Unterschutzstellung grundsätzlich zu begrüßen sei, reiche es nicht aus, hier und da ein paar kleine Parzellen zu schützen. In Nürnberg etwa müsse der gesamte Reichswald besser geschützt werden. Unter anderem gibt es Pläne, für die Errichtung eines neuen ICE-Werkes Teile der Waldfläche abzuholzen. Die Pläne sind jedoch ins Stocken geraten.