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Bayern fordert härtere Strafen für Diebstahl im Internet

München (dpa/lby) – Als Konsequenz aus dem Diebstahl der Daten von Prominenten und Politikern fordert die bayerische Staatsregierung vom Bund härtere Strafen für Hacker. «Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine schwere Straftat», sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag in München. Er kündigte eine Initiative des Freistaats im Bundesrat an. Zudem wolle er das Thema im Falle seiner Wahl zum CSU-Chef am 19. Januar auch über den Koalitionsausschuss im Bund vorantreiben.

Söder appellierte an alle Nutzer, ihre Daten im Internet besser zu schützen: «Das ist ein Weckruf, der Anlass geben soll zum Umdenken.» So wie es selbstverständlich sei, die Haustür abzusperren, müsse auch im Internet darauf geachtet werden, Daten vor unerlaubter Nutzung zu schützen. Um das Bewusstsein zu schärfen, will die Staatsregierung etwa in Schulen die Digitalkompetenz verbessern und einen «Passwort-Check» und einen Passwort-Generator anbieten.

Der Datenskandal geht den Ermittlungen zufolge auf einen 20-jährigen Schüler zurück. Er soll über das inzwischen gesperrte Twitter-Konto @_0rbit im Dezember persönliche Daten von Politikern und Prominenten veröffentlicht haben. Rund 1000 Politiker, Prominente und Journalisten sind betroffen, darunter Politiker aller Bundestagsparteien mit Ausnahme der AfD.