Bayern-Bosse bei Eröffnung einer Ausstellung im Kapitol

Die Wanderausstellung «verehrt – verfolgt – vergessen: Opfer des Nationalsozialismus beim FC Bayern München» ist im Kapitol in Washington eröffnet worden. Rund 200 Gäste aus Politik, Gesellschaft und Sport waren in der deutschen Nacht zum Mittwoch nach der Ankunft des Bayern-Trosses dazu in den «Dining Room» auf dem Capitol Hill geladen.

«Ohne die Möglichkeit, in die USA zu emigrieren, hätten viele unserer jüdischen Mitglieder den Holocaust nicht überlebt. Es ist daher sehr bewegend, im Kapitol sein zu dürfen», sagte Präsident Herbert Hainer, der in seiner Eröffnungsrede die Biographie des früheren jüdischen Club-Präsidenten Kurt Landauer hervorhob.

Vorstandschef Oliver Kahn wies auf die Wichtigkeit dieser Ausstellung hin. «Das hat den FC Bayern in der Vergangenheit immer ausgezeichnet, dass er seine gesellschaftliche und soziale Verantwortung auch wahrgenommen hat», sagte Kahn. «Wir haben unsere ganze Geschichte aufgearbeitet. Gerade diese Aufarbeitung der Vergangenheit war auch für den Club und den Verein sehr wichtig, um jetzt ein authentisches Bild zu haben.»

Man sehe wieder, was der Fußball leisten könne. «Ohne den Fußball zu stark zu beanspruchen oder überzubewerten: Aber man sieht, welches Puzzleteil er sein kann, wie er Menschen zusammenführt, wie er verbindend sein kann. Das finde ich immer wieder beeindruckendend.»

Die Wanderausstellung, die ausgehend von der Evangelischen Versöhnungskirche der KZ-Gedenkstätte Dachau seit 2016 an 40 Stationen zu sehen war, wurde für den zweiten Auftritt in den USA um Kapitel ergänzt. Zusätzlich zu den neun Biographien von Bayern-Mitgliedern ist die deutsch-amerikanische Freundschaft Thema.