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Bayerische Wirtschaft: Internationalisierung neu austarieren

München (dpa/lby) – Im Zuge der Corona-Krise sollten aus Sicht der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) internationale Wertschöpfungsketten überdacht werden. «Sowohl auf betriebs- als auch volkswirtschaftlicher Ebene muss die Internationalisierung neu austariert werden», sagte Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt am Donnerstag. Zurückdrehen dürfe man sie aber nicht. Die Vorteile der Globalisierung und der weltweiten Arbeitsteilung bestünden nach wie vor.

In einer Studie hat die vbw die Widerstandsfähigkeit der bayerischen Wirtschaft in globalen Krisen überprüfen lassen. «Erfreulicherweise zeigen bayerische Schlüsselbranchen wie die Automobil- und Zulieferindustrie, aber auch der Maschinenbau, eine hohe Resilienz», sagt Brossardt. Die Studie identifiziert aber auch verwundbarere Branchen wie die Chemische Industrie, das Ernährungsgewerbe sowie die Mineralölverarbeitung.

Brossardt ruft die Unternehmen generell auf, ihre Widerstandsfähigkeit zu erhöhen, beispielsweise durch den Bezug wichtiger Waren bei mehreren Anbietern oder durch moderne und sichere IT-Systeme. «Zwar sind damit Kosten verbunden, die kurzfristig die Wettbewerbsfähigkeit schmälern können. Aber auf lange Sicht rentieren sich diese Investitionen für die Unternehmen», sagt er.