Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel., © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Baumkontrolleur wehrt sich gegen Strafbefehl

Nach einem tödlichen Baumsturz auf einem Augsburger Spielplatz geht ein Baumkontrolleur der Stadt gegen einen Strafbefehl vor. Dem Mitarbeiter der Verwaltung wird vorgeworfen, für den den Tod eines 20 Monate alten Mädchens verantwortlich zu sein.

Im Juli 2021 war ein Ahornbaum auf dem Spielplatz umgestürzt und hatte das Kleinkind sowie die Mutter getroffen. Beide wurden schwer verletzt, das Mädchen starb im Krankenhaus. Eine ältere Tochter der Frau spielte bei dem Unglück etwas entfernt und blieb daher körperlich unversehrt.

Die Staatsanwaltschaft hat wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung einen Strafbefehl gegen einen 56 Jahre alten Baumkontrolleur erwirkt. Eine Sprecherin des Augsburger Amtsgerichtes sagte am Freitag, dass dagegen Einspruch eingelegt worden sei. Zunächst hatte die «Augsburger Allgemeine» darüber berichtet.

Der Baum war von einem Pilz befallen und deswegen plötzlich umgefallen. Die Staatsanwaltschaft geht aufgrund eines Gutachtens davon aus, dass der städtische Mitarbeiter bei der Kontrolle des Baumes im Mai 2020 einen Pilzbefall hätte bemerken und weitere Maßnahmen hätte ergreifen müssen. Der Verteidiger des Kontrolleurs erklärte, dass es ein Gegengutachten gebe, wonach der Mitarbeiter ausreichende Maßnahmen ergriffen habe. Er habe den drohenden Baumsturz nicht erkennen können, erläuterte Anwalt Hansjörg Schmid.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen für den Kontrolleur gefordert, die Strafe dürfe aber für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden. Sollte Schmid den Einspruch gegen den Strafbefehl nicht später noch zurückziehen, müsste der Fall nun in einem Prozess am Amtsgericht aufgerollt werden.