Ein bestelltes Feld hebt sich im Licht der Sonne von abgeernteten Feldern ab., © Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Bauern fordern Stopp des Flächenverbrauchs bis 2030

Die bayerischen Bauern fordern einen weitgehenden Stopp des Flächenverbrauchs in Bayern. Bis 2030 müsse der Verlust an landwirtschaftlichen Flächen von rund 15 Hektar täglich auf fünf Hektar verringert werden, verlangte Bauernpräsident Günther Felßner am Mittwoch in München.

Sei das Ziel auf freiwilliger Basis nicht erreichbar, müssten von staatlicher Seite Vorgaben gemacht werden, sagte der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes. Wenn die Fläche fehle, könnten die Bauern ihre vielfältigen Aufgaben nicht erfüllen. Es gehe längst nicht mehr nur um Ernährung, sondern um Energieerzeugung, CO2-Vermeidung und Umweltschutz.

Felßner wandte sich gegen die Stilllegung von Flächen zugunsten des Naturschutzes als Ausgleich für Bebauung. Das sei zu früheren Zeiten mit einer Überproduktion, Getreidebergen und Milchseen sinnvoll gewesen. Nun aber sei Fläche knapp, eine Stilllegung sei nicht mehr zeitgemäß. Es brauche intelligentere Konzepte. Deutschland sei Netto-Importeur von Lebensmitteln. «Wir versorgen uns nicht mehr selbst.» Die Flächen reichten schon jetzt nicht, um die Gesellschaft nachhaltig zu organisieren. Es sei seien somit «falsche Signale», Flächen stillzulegen – und gleichzeitig Energie zu importieren.

Zu der umstrittenen Wiedervernässung von Teilen des Donaumooses sagte Felßner, es werde nicht möglich sein, den Wasserstand auf den Urzustand anzuheben. Eine Bewirtschaftung müsse auch angesichts knapper Flächen erhalten bleiben. In früheren Zeiten hatten die Menschen begonnen, das Donaumoos trockenzulegen, um es landwirtschaftlich zu nutzen.