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Bau: Volle Auftragsbücher, aber weniger Baugenehmigungen

Fürth (dpa/lby) – Die Baubranche in Bayern erfreut sich weiter voller Auftragsbücher, aber die Zahl der Baugenehmigungen geht zurück. Ende September verzeichnete das Bauhauptgewerbe im Freistaat einen Auftragsbestand von 12,3 Milliarden Euro, wie das Landesamt für Statistik am Donnerstag mitteilte. Im Vergleich zum September 2018 entspreche das einem Plus von 18,0 Prozent. Ein Jahr zuvor war der Auftragsbestand um 14,3 Prozent gewachsen. «Man kann weiter von einer expansiven Phase in der bayerischen Bauwirtschaft sprechen», sagte eine Sprecherin. Am höchsten über dem Vorjahresniveau liegen mit einem Zuwachs um 64,6 Prozent die Aufträge im gewerblichen und industriellen Tiefbau. Der Wohnungsbau rangiert 17,1 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres, der Straßenbau 14,6 Prozent höher.

Jedoch sank die Zahl der Baugenehmigungen. Sie liege in den ersten drei Quartalen dieses Jahres mit knapp 55 600 um 4,3 Prozent unter dem Niveau des gleichen Vorjahreszeitraums, so das Landesamt. Ausschlaggebend hierfür sei die rückläufige Entwicklung beim Neubau von Wohngebäuden mit minus 6,3 Prozent, der teilweise durch Baumaßnahmen in Bestandsgebäuden (plus 8,0 Prozent) ausgeglichen werde. Die acht bayerischen Großstädte verzeichneten einen Rückgang bei den Wohnungsbaufreigaben um minus 19,2 Prozent.

In einer Umfrage des Landesverbands der Bauinnungen hatten im Oktober weniger als die Hälfte von 400 befragten Unternehmen angegeben, sie erwarteten auch 2020 noch gute Umsätze. Zwar sei die Baubranche derzeit noch gut ausgelastet, aber im kommenden Jahr werde das Wachstum am Bau nachlassen, sagte Präsident Wolfgang Schubert-Raab.