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Ausstellung erinnert an Computerpionier Konrad Zuse

Hopferau (dpa/lsw) – Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Allgäu vorübergehend zu einem der Zentren der Computerentwicklung: Konrad Zuse arbeitete dort damals an einem der ersten Rechner der Welt. Der Berliner Erfinder hatte seine wohnzimmerschrankgroße Maschine Z4 vor der Zerstörung im Krieg gerettet und nach Bayern gebracht. Eine Ausstellung erinnert bis zum 6. Januar im Schloss Hopferau bei Füssen an den deutschen Computerpionier und seine Arbeit im Freistaat.

Die Schau biete einen Einblick in Zuses Leben als Erfinder, Unternehmer und Künstler, berichten die Organisatoren. Die Leihgaben stammen unter anderem von Zuses Sohn Horst, der wenige Monate nach Kriegsende im Allgäu geboren wurde. «Die Orte Hinterstein und Hopferau im Allgäu spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Computers in Europa, aber auch weltweit», heißt es auf der Internetseite von Horst Zuse über die Erfindungen seines Vaters.

Konrad Zuse hatte 1941 die Z3 fertiggestellt. Die Maschine gilt als erster funktionierender Computer der Welt. Das Nachfolgemodell Z4 stellte er im Allgäu fertig. 1949 reiste ein Mathematiker der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich nach Hopferau, die Hochschule mietete das Gerät für fünf Jahre. Die wissenschaftliche Arbeit mit der Z4 habe das Züricher Institut «binnen weniger Jahre weltberühmt» gemacht, betont die ETH.

Zuse ging kurze Zeit später nach Hessen und gründete dort eine der ersten Computerfabriken der Welt. Der Erfinder starb 1995 im Alter von 85 Jahren in seinem Wohnort Hünfeld bei Fulda.