© Matthias Balk

Augsburgs Coach über Löw-Neuling Uduokhai: Freuen uns riesig

Augsburg (dpa/lby) – Die erstmalige Nominierung von Innenverteidiger Felix Uduokhai für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft führte Heiko Herrlich in seine eigene Vergangenheit zurück. Nach kurzem Grübeln erinnerte sich der Coach des FC Augsburg vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen Hertha BSC am Samstag (15.30 Uhr/Sky) an sein Debüt für Schwarz-Rot-Gold. Im März 1995 gegen Georgien in Tiflis war das, «damals vor 100 000 Zuschauern», erzählte Herrlich am Freitag. Der Angreifer stürmte in dem EM-Qualifikationsspiel (2:0) an der Seite von Doppeltorschütze Jürgen Klinsmann.

«Natürlich ist es was Besonderes, wenn man den Adler das erste Mal auf der Brust hat und man das erste Mal mit den ganzen Stars spielt», erinnerte sich der heute 48-Jährige an seine Premiere, die tatsächlich nur vor 75 000 Zuschauern stattfand. «Man versucht, sein Bestmögliches im Training zu geben, in der Hoffnung, dass der Adler nicht von der Brust wegfliegt», ergänzte Herrlich schmunzelnd.

Coronabedingt müsste Uduokhai (23) auf Menschenmassen auf den Rängen verzichten, sofern ihn Bundestrainer Joachim Löw in einem der drei letzten Länderspiele des Jahres auch einsetzt. Aber alleine, dass es mal wieder ein Augsburger in den elitären DFB-Kreis geschafft hat, machte Herrlich vor dem Duell gegen die Berliner stolz. «Wir freuen uns riesig», sagte der fünfmalige Nationalspieler. «Das ist ein Anfang, ein erster Schritt, und ich hoffe, dass er noch viele Länderspiele machen wird.»

Die Augsburger hatten Uduokhai 2019 vom VfL Wolfsburg zunächst ausgeliehen und dann in diesem Sommer für eine hohe einstellige Millionen-Ablöse fest verpflichtet. Der frühere U21-Nationalspieler hat vor allem in dieser Saison seinen hohen Wert in der Augsburger Hintermannschaft unterstrichen.

«Wir laden niemanden ein, dem wir nicht zutrauen würden, dies zu schaffen. Fest steht aber auch, dass es um das allerhöchste internationale Level geht, wenn man wieder an die Weltspitze zurück möchte», erklärte Löw. Man wolle Spieler wie Uduokhai oder auch den zweiten Neuling Philipp Max – erst im Sommer vom FCA zur PSV Eindhoven gewechselt – «auch belohnen für ihre gezeigten Leistungen. Sie sollen spüren, dass wir diese registrieren», sagte Löw.

Klappt es im Testspiel gegen Tschechien am 11. November oder in der Nations League gegen die Ukraine (14. November) oder gegen Spanien (17. November) mit Uduokhais DFB-Debüt, wäre er nach Uli Biesinger, Helmut Haller und André Hahn der vierte Augsburger Spieler, der das Trikot der A-Nationalelf tragen darf.

Zunächst steht der frühere «Löwen»-Kicker aber im Vereinstrikot im Fokus. Am Samstag hofft der FCA gegen die krisengeplagten Berliner auf den nächsten Dreier. Allerdings gewannen die Fuggerstädter nur eines der vergangenen elf Bundesligaspiele gegen die Hertha.

Immerhin kehrt wohl Stürmer Florian Niederlechner in den Kader zurück. Der 30-Jährige sei seit Donnerstag wieder im Training, berichtete Herrlich. «Es sah gar nicht so schlecht aus, er steht uns wahrscheinlich zur Verfügung.» Niederlechner hatte zuletzt beim 3:1 gegen Mainz wegen einer Verletzung an der Bauchmuskulatur gefehlt.

Der verletzte Rechtsverteidiger Raphael Framberger wird von Robert Gumny (22) ersetzt. «Er hat im Training immer einen guten Eindruck gemacht», sagte Herrlich über den Neuzugang aus Polen. «Er wirkt entschlossen und freut sich auf das Spiel.» Uduokhai geht es sicher ähnlich.