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Baum schwärmt von Oldie Pizarro: Bremen «echt gute Truppe»

Augsburg (dpa/lby) – Manuel Baum geriet beim Thema Claudio Pizarro ins Schwärmen. «Wie er durch seine Erfahrung das Spiel lesen kann, der muss gar nicht mehr der Schnellste sein und muss gar nicht mehr der Ausdauerndste sein, weil er extrem ökonomisch ist durch seine Erfahrung und durch seine Spielintelligenz», lobte Baum den Oldie im Bremer Sturm. «Ich glaube schon, dass er noch ein paar Jährchen dranhängen kann und eine Bereicherung für das Bremer Spiel ist.»

Pizarro, das peruanische Fußball-Schlitzohr, ist mittlerweile 40 Jahre alt und mit 194 Treffern in der Bundesliga ausländischer Rekordtorschütze. Beim Weiterkommen im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund traf der spät eingewechselte Angreifer in der Verlängerung und dann nochmals im Elfmeterschießen. «Es macht unfassbar viel Spaß, ihm zuzuschauen», meinte Baum.

Spaß hatte der Augsburger unter der Woche im DFB-Pokal allerdings nur bedingt. Gegen Holstein Kiel spielten die Fuggerstädter schwach, zogen trotzdem ins Viertelfinale ein. «Aus dem Pokalspiel nehme ich die nächste Runde mit – fertig», betonte Baum. «Wir wissen auch, dass wir echt schlecht gespielt haben.» Dennoch bedeutete das 1:0 im hohen Norden den zweiten Pflichtspielsieg nacheinander. Und diese Mini-Serie soll bei den Bremern ausgebaut werden. Denn der FCA will sich wieder «an die obere Gruppe reinbeißen».

Werder habe «eine spielstarke» und «eine willige» Mannschaft, warnte Baum. «Man darf das Licht der Bremer nicht zu gering leuchten lassen, weil es echt eine gute Truppe ist und in der Lage ist, die Topclubs in Deutschland zu schlagen.»

Baum hat vor der Dienstreise einige personelle Fragezeichen. Die Einsätze der im DFB-Pokal fehlenden Alfred Finnbogason, Jonathan Schmid, Ja-Cheol Koo und Jan Moravek sind fraglich. Dafür hat er mit Winter-Zugang Reece Oxford in der Defensive eine schon im Pokal erprobte starke Alternative. Ein «richtig vielversprechendes Debüt» habe der 20-Jährige gegeben.

Von Caiuby hat der FC Augsburg längst genug. Nach Verfehlungen hatten die Fuggerstädter den 30-Jährigen Ende Januar freigestellt. Gegen den Brasilianer hat das Amtsgericht Augsburg nun einen Strafbefehl wegen vorsätzlicher Körperverletzung erlassen. Die komplette Geldstrafe beläuft sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom Freitag auf über 90 Tagessätze, miteinbezogen ist bereits eine Strafe aus einem zurückliegenden Vergehen wegen Schwarzfahrens.

Caiuby wird vorgeworfen, Anfang Mai in der Augsburger Innenstadt einem 26-Jährigen einen Kopfstoß versetzt zu haben. Der Mann sei dadurch so schwer am Kopf verletzt worden, dass er fünf Tage arbeitsunfähig gewesen sein soll. Gegen den Strafbefehl kann der Brasilianer innerhalb von zwei Wochen noch Einspruch einlegen.

Im vergangenen Herbst war Caiuby schon zu einer Strafe von 22 500 Euro verurteilt worden, weil er ohne Ticket Zug gefahren war. Der FCA wurde nach eigenen Angaben über den jüngsten Strafbefehl des Offensivspielers informiert. Es handle sich dabei um «eine Privatgeschichte», sagte ein Sprecher.