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Augsburg zeigt Ausgrabungsfunde: «ältesten Römerstützpunkt»

Augsburg (dpa/lby) – Die Stadt Augsburg eröffnet eine weitere Runde im Wettstreit, wer die älteste Stadt im Freistaat ist. Die Archäologen der schwäbischen Großstadt wollen am Dienstag dafür neue Funde aus der Römerzeit präsentieren.

Diese Entdeckungen, es handelt sich um Knochen sowie Objekte aus Metall, Glas und Keramik, stünden in Zusammenhang mit dem vor mehr als zwei Jahrtausenden im heutigen Augsburg gegründeten römischen Militärlager, teilte die Stadt mit. Die Ausgrabungen hätten nun bestätigt: «Es handelt sich um den ältesten römischen Stützpunkt im heutigen Bayern.»

Bereits seit langem liefern sich eine Reihe von Städten in Deutschland einen Wettstreit, welche die älteste ist. Diese Frage ist allerdings nicht ganz leicht zu beantworten, unter anderem, weil Wissenschaftler zwischen militärischer und ziviler Besiedlung unterscheiden. Den ältesten Kommunen der Republik gemeinsam ist allerdings, dass die Gründung auf die Römerzeit zurück geht.

Bundesweit wird häufig Trier als älteste Stadt ausgegeben. Die Stadt in Rheinland-Pfalz gibt einen Brückenbau über der Mosel im Jahre 17 vor Christus als «Keimzelle» der Besiedlung an. Augsburg verweist auf ein etwa 15 v. Chr. entstandenes Legionslager, später wurde «Augusta Vindelicum» zur Hauptstadt der römischen Provinz Raetia.

In Bayern streiten sich die Augsburger um den Titel der ältesten Stadt dabei hauptsächlich mit Kempten. Die Allgäuer Stadt sei «die älteste schriftlich erwähnte Stadt Deutschlands», wird in Kempten betont. Denn den ersten Nachweis gebe es in einem Dokument aus dem Jahre 18 nach Christus. Eine weitere bedeutende Römerstadt im Freistaat ist Regensburg, wo die damalige Weltmacht im ersten und zweiten Jahrhundert Kastelle errichtete.

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