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Augsburg hofft auf mehr Touristen

Augsburg (dpa/lby) – Augsburg hofft auf die Ernennung seiner historischen Wasserwirtschaft zum Weltkulturerbe und damit auch auf einen Boom beim Tourismus. Sollte die Unesco im Sommer 2019 die Augsburger Bewerbung annehmen, dann steige Bayerns drittgrößte Stadt touristisch «sowieso noch einmal in eine ganz andere Liga auf», glaubt Augsburgs Tourismusdirektor Götz Beck. Nach den Zahlen bis Oktober gebe es 2018 bei den Übernachtungen ein Plus von fast neun Prozent im Vergleich zum Augsburger Rekordjahr 2017.

Zuletzt konnte die schwäbische Großstadt bei den Übernachtungen etwa 800 000 pro Jahr vermelden. Bezogen auf die Werte der großen Urlaubsziele im Freistaat liegt Augsburg damit aber noch weit hinten. Das Statistik-Landesamt listet acht andere bayerische Kommunen auf, die im vergangenen Jahr mehr als eine Million Übernachtungen zählten.

Mit weitem Abstand liegt München mit fast 16 Millionen Übernachtungen in Front. Neben den großen Ferien- und Kurorten wie Bad Füssing oder Oberstdorf kommt allerdings auch Regensburg auf 1,1 Millionen Übernachtungen. Zwar hat die Oberpfälzer Stadt schon länger den prestigeträchtigen Welterbe-Status, sie ist aber nur etwa halb so groß wie Augsburg.

Anfang 2018 hatte die Bundesrepublik die Augsburger Welterbe-Bewerbung zusammen mit der Bewerbungsschrift der Montanregion Erzgebirge dem Unesco-Welterbezentrum in Paris übergeben. Turnusmäßig soll nun das Fachkomitee der Weltorganisation Mitte des kommenden Jahres über diese beiden Anträge entscheiden.

Da Deutschland auf der Welterbeliste allerdings mit mehr als 40 Natur- und Kulturerbestätten bereits sehr gut vertreten ist, wurden in der Vergangenheit die deutschen Bewerbungen streng geprüft. Eine Ablehnung der Vorschläge ist insofern nicht ausgeschlossen.

Augsburg bewirbt sich mit seinem weit verzweigten System von Kanälen, Prachtbrunnen und Wasserkraftwerken in der ganzen Stadt. Das Wasser wurde früh zum Aufstieg Augsburgs zu einer Industriestadt genutzt, bereits die Römer verlegten vor etwa 2000 Jahren eine Fernwasserleitung in die Stadt.

Die Wasserwirtschaft zeige «mit einer Fülle an hochrangigen und authentischen Objekten der Technik, Architektur, Industriearchäologie und bildenden Kunst von 1416 bis 1922 auch heute noch nachvollziehbar, wie die Nutzung des Wassers in Augsburg organisiert wurde», begründete die Kultusministerkonferenz die Bewerbung. Ein halbes Jahrtausend lang habe Augsburg damit ein europaweit einzigartiges System mit Pumpwerken, Wassertürmen und anderen Anlagen gehabt.