Ein Mann sitzt in einem, in die Mainfrankensäle verlegten, Gerichtssaal auf der Anklagebank., © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Auch Verteidiger will Messerstecher in Psychiatrie sehen

Die Verteidigung des Messerstechers von Würzburg möchte den Beschuldigten wegen seiner psychischen Erkrankung in einer Psychiatrie unterbringen lassen. Das sagte Rechtsanwalt Tilman Michler am Dienstag vor dem Landgericht Würzburg in seinem Plädoyer. Es sei erwiesen, dass sein Mandant am 25. Juni 2021 in der Würzburger Innenstadt arglose Passanten mit einem Küchenmesser angriff. Drei Frauen starben, neun Menschen wurden verletzt. Der Täter, ein Flüchtling aus Somalia, ist Gutachten zufolge psychisch krank und hat im Wahn gehandelt. Innere Stimmen hätten ihm die Tat befohlen.

Am Vortag hatte Oberstaatsanwältin Judith Henkel bereits die zeitlich unbefristete Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus gefordert, ebenso die Nebenklagevertreter. Der Mann um die 30 – sein genaues Alter ist den Behörden nicht bekannt, weil er ohne Papiere nach Deutschland kam – sei zur Tatzeit schuldunfähig gewesen und habe das Unrecht seiner Taten nicht einsehen können.

Die Generalstaatsanwaltschaft München wirft dem Flüchtling unter anderem dreifachen Mord und versuchten Mord in sechs Fällen vor.

Das Schwurgericht will sein Urteil noch am Dienstag sprechen. Der Prozesstermin fand aus Platzgründen in einer Veranstaltungshalle in Estenfeld bei Würzburg statt.