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Arbeitsagentur will mehr Weiterbildung

Nürnberg (dpa/lby) – Die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Bayern will Unternehmen im kommenden Jahr intensiver bei der Weiterbildung von Hilfskräften zu Facharbeitern unterstützen. «Wir wollen noch viel stärker investieren in die Weiterqualifizierung von Beschäftigten», sagte der Geschäftsführer der bayerischen BA-Regionaldirektion, Ralf Holtzwart, der Deutschen Presse-Agentur in Nürnberg.

Bayern sei der bundesweiten Entwicklung in Sachen Fachkräfteengpass ein Stückchen voraus. Im Freistaat herrscht quasi Vollbeschäftigung mit einer Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent im November. Insgesamt waren in Bayern zuletzt 197 000 Menschen ohne Job. Rund 90 000 von ihnen verfügten nicht über eine abgeschlossene Berufsausbildung. Doch lediglich 20 000 Jobs stünden für diese Gruppe aktuell zur Verfügung.

«Die Arbeitslosenquote ist sehr niedrig und die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt ist sehr hoch», sagte der Experte. Man sei zunehmend weniger in der Lage, die Anforderungen der bayerischen Wirtschaft zu erfüllen. Es sei ein ernsthaftes Problem, wenn die Verfügbarkeit von Arbeitskräften zum Engpass für das Wachstum der bayerischen Wirtschaft werde. «Wir wollen stark in Weiterbildung von Beschäftigten und Arbeitslosen investieren, weil die Struktur unserer Arbeitslosen ein Eins-zu-eins-Matching mit den verfügbaren Stellen nicht mehr zulässt», so Holtzwart.

Aktuell seien rund 23 000 Menschen in Bayern in Weiterbildungsmaßnahmen. Prognosen der Regionaldirektion zufolge sind in diesem Jahr rund 227 Millionen Euro in die Weiterbildung geflossen – 9,4 Millionen Euro mehr als 2017. Für das neue Jahr hätten allein die Arbeitsagenturen in Bayern knapp zehn Prozent mehr Geld zur Verfügung. Auch die Jobcenter werden mehr ausgeben können als im Jahr 2018, endgültige Zahlen gibt es derzeit aber noch nicht. «Wir verfügen über ein üppiges Budget», sagte Holtzwart.

Für Menschen ohne Berufsabschluss werden die Weiterbildung und ein Teil der Lohnkosten von der Agentur getragen. Nach passenden Kandidaten suche das jeweilige Unternehmen. «Jeder Betrieb hat Hilfskräfte und jeder Chef kennt seine Leute und weiß, wer möglicherweise mehr leisten könnte als das, was er heute tut», so Holtzwart.