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Arbeitnehmer sprechen mit Schaeffler über Personalabbau

Schweinfurt (dpa/lby) – IG Metall und Betriebsrat sind in Schweinfurt mit dem Industrie- und Automobilzulieferer Schaeffler zu Gesprächen über dessen Abbaupläne zusammengekommen. Der Unternehmensleitung sollte dabei am Freitag erneut ein Alternativkonzept zu deren geplanten Umstrukturierungen präsentiert werden, wie Thomas Höhn von der IG Metall Schweinfurt am Vormittag sagte. «Wir gehen davon aus, dass es sehr schwierig wird bei den Verhandlungen.» Mit einem Ergebnis rechnete Höhn zunächst nicht.

Das vom Betriebsrat zusammen mit der IG Metall ausgearbeitete Konzept für die Standorte Eltmann (Landkreis Haßberge) und Wuppertal (NRW) sowie Teilbereiche der Standorte Schweinfurt und Höchstadt (Landkreis Erlangen-Höchstadt) sieht vor, dass deutlich weniger Mitarbeiter als von der Unternehmensleitung geplant ihren Arbeitsplatz verlieren sollen.

Schaeffler hatte im vergangenen September angekündigt, hauptsächlich in Deutschland 4400 Arbeitsplätze an 17 Standorten abbauen zu wollen. Dabei sollen 6 Standorte geschlossen, Arbeitsplätze verlagert oder verkauft werden. Die Unternehmensleitung begründete den Schritt mit Notwendigkeiten im industriellen Transformationsprozess sowie mit der Corona-Krise.

Schaeffler erhofft sich durch das Maßnahmenpaket ein Einsparpotenzial in Höhe von 250 bis 300 Millionen Euro jährlich, das 2023 zu 90 Prozent realisiert sein soll. Dem stehen Transformationsaufwendungen in Höhe von 700 Millionen Euro gegenüber.

Höhn sagte, die Schließung in Eltmann treffe etwa 450 Mitarbeiter. Sie sollen nach Schaeffler-Vorstellung künftig in Schweinfurt arbeiten, allerdings in einer anderen Tätigkeit als bisher. Wuppertal solle ganz schließen – etwa 800 Menschen könnten ihren Job verlieren. Gegen die Konzernpläne wollten die Arbeitnehmer am Freitag bei einem bundesweiten Aktionstag mobil machen.

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