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AMS-Großaktionär Temasek hält Osram-Übernahme für sinnvoll

Singapur/Berlin (dpa) – Ein wichtiger Großaktionär des Osram-Interessenten AMS hat sich für eine Übernahme des Münchner Lichtkonzerns durch den österreichischen Sensorspezialisten AMS ausgesprochen. «Wir glauben, dass der Zusammenschluss vor allem im Bereich Optoelektronik sinnvoll ist», sagte Uwe Krüger, Geschäftsführer des AMS-Aktionärs Temasek, dem Finanzportal «boerse-online.de». Temasek ist Singapurs Staatsfonds. «Als Anteilseigner greifen wir jedoch nicht in die Geschäftspolitik unserer Portfoliounternehmen ein», erklärte Krüger und spielte damit auf einen Brief an, den Temasek im Oktober aus Deutschland erhalten hatte.

Die Gewerkschaft IG Metall, die gegen die Übernahme ist, hatte im vergangenen Monat versucht, den einflussreichen Investor von ihrer Position zu überzeugen. In einem Schreiben an Temasek betonte IG-Metall-Vorstand Klaus Abel Zweifel an der Strategie von AMS. Durch die hohen Schulden, die durch eine Übernahme entstünden, ergebe sich eine «existenzgefährdende Situation für ein mögliches kombiniertes Unternehmen». Das Vorgehen von AMS könne nicht «mit dem bislang guten Ruf von Temasek in Deutschland in Einklang gebracht werden», so Abel in dem Brief.

In dem Interview sagte Krüger dazu, er wolle sich in die Geschäfte von AMS nicht einmischen und: «Das haben wir auch der Gewerkschaft IG Metall klar gemacht, die wollte dass wir intervenieren. Seither ist der Umgang konzilianter geworden.»

Seit Monaten versucht AMS, Osram zu übernehmen. Ein erster Anlauf scheiterte. Der zweiter Übernahmeversuch mit neuem Angebot an die Osram-Aktionäre läuft noch bis zum 5. Dezember.

In Berlin hatten am Montag mehrere Hundert Osram-Mitarbeiter vor dem Berliner Standort des Beleuchtungsherstellers gegen Stellenabbau protestiert. Die Gewerkschaft IG Metall forderte dabei langfristige Investitionen in die deutschen Standorte und die Zurücknahme der Entscheidung für Verlagerungen ins Ausland. Nach Angaben der Gewerkschaft will Osram 800 seiner 5600 deutschen Arbeitsplätze abbauen, davon allein 100 in Berlin, wo außerdem bereits weitere Stellen bedroht seien. Eine offizielle Bestätigung des Vorstands für die Zahlen gibt es allerdings bisher nicht. Demonstriert wurde auch vor der Münchner Konzernzentrale.