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Bayern wächst – aber nicht überall

München (dpa/lby) – Bis 2036 wird die Bevölkerung in Bayern voraussichtlich auf fast 13,5 Millionen Menschen anwachsen. Das sind etwa eine halbe Million mehr als 2017. Vor allem der Regierungsbezirk Oberbayern kann mit Zuwachs rechnen, Oberfranken dagegen schrumpft. Dies ergibt sich aus der Bevölkerungsprognose des Landesamts für Statistik, die Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag in München vorstellte.

Demnach steigt auch das Durchschnittsalter der Bayern bis 2036 um etwa zweieinhalb Jahre auf 46. Die Zahl der Menschen über 65 wird um etwa eine Million auf 3,57 Millionen nach oben gehen.

In Oberbayern werden im Jahr 2036 voraussichtlich knapp zehn Prozent mehr Menschen leben, insgesamt 5,1 Millionen. In Oberfranken dagegen sinkt die Zahl der Einwohner um über 63 000 auf 999 300. Auch Unterfranken muss sich auf einen Rückgang einstellen – laut Prognose um 3,5 Prozent bzw. 46 200 Menschen.

In Schwaben sollen dann über 83 000 Menschen mehr wohnen als heute; die absolute Zahl würde damit auf 1,94 Millionen wachsen. Mittelfranken kann mit einem Anstieg um 50 000 Einwohner auf 1,8 Millionen rechnen. 43 000 Einwohner mehr und damit insgesamt 1,26 Millionen Menschen werden in Niederbayern 2036 erwartet. Um einen Prozent (10 500 Einwohner) soll die Bevölkerung in der Oberpfalz wachsen – auf 1,11 Millionen.

Viele Neubürger in Bayern kommen laut Statistik aus dem europäischen Ausland. Rechnet man die Veränderungen durch Geburten und Todesfälle heraus, profitieren alle Landkreise und Städte im Freistaat vom Zuzug. Da in 33 Kommunen allerdings die Sterbe- die Geburtenrate und die Zahl der Neubürger übersteigt, prognostizieren die Experten dort bis 2036 rückläufige Bevölkerungszahlen.

Am stärksten wachsen Ballungsräume wie München (plus zwölf Prozent) und Regensburg (fast neun Prozent). Fast die Hälfte des Zuzuges in ganz Mittelfranken gehen auf die Städte Nürnberg und Fürth.

Der SPD-Landtagsfraktionsvorsitzende Markus Rinderspacher mahnt mehr Gerechtigkeit zwischen den Kommunen an: «Es darf kein Bayern der zwei Geschwindigkeiten geben mit überhitzten Ballungsräumen und einem abgehängten ländlichen Raum.» Ein wichtiger Schlüssel dafür sei die finanzielle Versorgung: «Wir brauchen mehr Freiheit für die Regionen und mehr Eigenverantwortung für die Kommunen statt christsozialen Staatszentralismus.»