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Aiwanger: Intelligente Lösungen statt Holzschnitt

München (dpa/lby) – Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) fordert eine schrittweise Lockerung der Corona-Beschränkungen – mit Klugheit und Technologie. «Wir brauchen differenzierte und intelligente Lösungen, um schrittweise wieder zur Normalität zurückzukommen», sagte Aiwanger der Deutschen Presse-Agentur. «Wir müssen weg vom holzschnittartigen «ganz Deutschland auf oder zu»». Aiwanger setzt sich unter anderem dafür ein, dem Einzelhandel so wie in anderen Bundesländern zu erlauben, dass Kunden Online-Bestellungen abholen dürfen (Click&Collect) und dass Skigebiete begrenzt öffnen dürfen.

«Wir müssen die Zahlen abwarten, aber es sieht so aus, als ob die Infektionen zurückgehen», sagte der Freie Wähler-Chef. «Wir sollten darüber nachdenken, Click&Collect in Bayern einzuführen.» Wenn die Analyse der Erfahrungen in anderen Bundesländern zeigt, dass dabei keine Corona-Hotspots entstehen, könnte das nach Aiwangers Einschätzung auch in Bayern erlaubt werden.

Zur derzeitigen Debatte um den Freizeit-Wintersport sagte der Wirtschaftsminister: «Wir sollten den Bewegungsdrang der Menschen in geordnete Bahnen lenken. Das heißt für mich: Skigebiete mit sauberen Hygienekonzepten öffnen.» Als Beispiel für eine mögliche Lösung nannte Aiwanger, Skifahrern FFP2-Masken und Online-Anmeldungen vorzugeben – «damit nicht zu viele kommen und jeder Zweite wieder heimgeschickt wird.»

Im Einzelhandel seien ebenfalls differenzierte Lösungen notwendig. «Derzeit kann man mit Fußballschal als Mund-Nasen-Bedeckung im Supermarkt einkaufen, aber der Schuhladen nebenan darf nicht mal Click&Collect machen. Mit vorgeschriebenen FFP2-Masken könnten auch mehr Geschäfte wieder öffnen.» FFP2-Masken haben anders als die üblichen Mund-Nasen-Bedeckungen eine Filterwirkung und dienen sowohl dem eigenen Schutz als auch dem Schutz der Mitmenschen vor einer Infektion.