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Ahnenforschung: Privatleute erforschen ihre Wurzeln

München (dpa/lby) – Familienforschung gewinnt auch in Bayern an Bedeutung. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei kommunalen und staatlichen Archiven im Freistaat. «Die Familienforschung spielt bei uns eine wichtige Rolle», sagt Margit Ksoll-Marcon, Generaldirektorin der Staatlichen Archive Bayerns.

Ob für den Aufbau eines Stammbaums oder die Recherche zu einzelnen Vorfahren – Privatleuten stehen im Freistaat viele Quellen zur Verfügung, um ihre Biografien zu füllen. Doch dabei warten oft Herausforderungen. «Familienforschung ist wie ein Puzzle», erklärt Ksoll-Marcon. «Man findet nie alle Informationen in nur einem Archiv, sondern entdeckt Teile bei verschiedenen Quellen. Diese Stücke zusammenzufügen, ist schon fast eine kriminalistische Arbeit.»

Eine zentrale Quelle für die Ahnenforschung sind Standesämter und Stadtarchive. Dort werden seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Geburts-, Heirats- und Sterbedaten gesammelt. Für die Zeit davor können besonders die Aufzeichnungen der Kirchen nützliche Informationen liefern. Dazu kommen staatliche Archive, zum Beispiel zur ehemaligen bayerischen Armee.

Nicht immer laufe die Recherche jedoch so reibungslos ab wie erhofft, sagt Katrin Marth, Archivarin im Bayerischen Hauptstaatsarchiv: «Probleme gibt es besonders bei Allerweltsnamen. Es ist einfach schwierig, alle Müllers in Bayern auseinanderzuhalten.» Auch wenn das Interesse über die Sammlung von Namen und Daten hinausgehe, werde es kompliziert, erklärt Mario Felkl vom Stadtarchiv Augsburg. Die Forschung etwa zu den Lebensumständen und Charakterzügen der Vorfahren – «die Familienforschung für Fortgeschrittene», wie Felkl sie nennt – erfordere viel Geduld und landesgeschichtliche Kenntnisse.