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Africa-Festival holt heuer viele Neulinge auf die Bühne

Würzburg (dpa/lby) – Nachdem das Würzburger Africa-Festival im Jubiläumsjahr 2018 die großen Musiker des Kontinents auf die Bühne geholt hat, dürfen heuer viele Neulinge ran. «Wir haben aus einer Riesenliste an Besuchervorschlägen die acht vielversprechendsten Gruppen ausgewählt», sagte Festivalleiter Stefan Oschmann der Deutschen Presse-Agentur. Dazu gehören Lucibela von den Kapverdischen Inseln, Roots-Reggae-Sängerin Sista Awa, die südafrikanische Soul- und Jazzsängerin Thabilé sowie der aus einem Hilfsprojekt entstandene Jugend-Chor Ndlovu Youth Choir. Diesen Bands könnte eine große Karriere bevorstehen, sagte Oschmann weiter.

Es wäre nicht das erste Mal, dass afrikanische Musiker mit ihrem Auftritt auf dem Würzburger Festival den Grundstein für eine internationale Berühmtheit gelegt hätten. «Angélique Kidjo beispielsweise stand vor 20 Jahren zum ersten Mal bei uns auf einer deutschen Bühne. Und vor wenigen Wochen sang sie in Paris vor den Staatschefs dieser Welt», so Oschmann.

Doch es werden nicht nur Newcomer auf den Bühnen des viertägigen Festivals auf den Mainwiesen stehen. Auch bewährte Künstler werden da sein. So kommt beispielsweise ein Star afro-karibischer Musik, die 78-jährige Calypso Rose, nach Würzburg. «Das wird wahrscheinlich ihr letztes Konzert sein, weil sie schon sehr betragt ist.» Zudem wird der deutsche Reggae-Musiker Gentlemen das Festival mit seinem Konzert abschließen. Insgesamt werden etwa 250 Künstler und Musiker in der Residenzstadt erwartet.

Nachdem das privat organisierte Festival, das gut eine Million Euro kostet, 2016 und 2017 wegen des schlechten Wetters ein Minus von zusammen etwa 53 000 Euro in Kauf nehmen musste, fällt die Bilanz des Jubiläumsfestivals besser aus. «Wir hatten vier Tage Sonnenschein», sagte der 67-Jährige. Er rechnete deshalb mit einem Plus, auch wenn die endgültigen Zahlen zunächst noch nicht vorlagen. Gemeinsam mit Freunden hat Oschmann vor mehr als 30 Jahren das Festival ins Leben gerufen.

Um künftig besser vor Extremwetter – sowohl Hitze als auch Dauerregen – geschützt zu sein, wollen die Veranstalter heuer in einen flächigen Sonnen- und Regenschutz investieren. «Da müssen wir einfach auf die Realität des Klimawandels reagieren.» Das Festival hofft jedes Jahr auf mindestens 80 000 Besucher, um kostendeckend arbeiten zu können. Ein Viertel der Kosten wird über Sponsoren finanziert. Das «Festival für afrikanische Musik und Kultur» gilt mit Bühnen, Basar, Ausstellungen und Info-Ständen als das größte seiner Art in Europa. Themen-Schwerpunkte sind heuer die Karibik und das südliche Afrika.