Adva-Übernahme brockt MDax-Konzern Adtran Verlust ein

Der US-Telekomausrüster Adtran ist im dritten Quartal auch wegen der Übernahme des deutschen Unternehmens Adva tiefer in die roten Zahlen gerutscht. In den Monaten Juli bis September habe sich der Verlust nach Minderheitsanteilen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf knapp 42 Millionen Dollar mehr als vervierfacht, teilte das Unternehmen am Dienstag bei der Vorlage detaillierter Quartalszahlen in Huntsville mit. Gründe für den hohen Verlust waren Kosten im Zusammenhang mit dem Kauf von Adva, Abschreibungen sowie Aufwendungen für Aktienvergütungsprogramme.

Bereinigt um diese als Sonderposten deklarierten Kosten verdiente Adtran 7,7 Millionen Dollar nach einem Verlust von knapp einer Million Dollar ein Jahr zuvor. Der Umsatz legte getrieben von der Übernahme kräftig auf knapp 341 Millionen Dollar zu. Der Erlös lag damit etwas über der vom Konzern in Aussicht gestellten Spanne und auch über den Erwartungen der Experten.

Adtran hatte die Übernahme des deutschen Konkurrenten Adva (Optical) im Juli abgeschlossen und war deswegen zunächst im SDax gelistet. Im September stieg das Unternehmen in den MDax auf. Der US-Konzern hält rund zwei Drittel der Adva-Anteile. Diese stehen nach Einschätzung von Index-Experten vor einer Rückkehr in den SDax. Adva wird nach dem jüngsten Höhenflug der Aktie mit etwas mehr als einer Milliarde Euro bewertet; Adtran kommt umgerechnet auf rund 1,6 Milliarden Euro.

Adtran hatte den Adva-Aktionären 0,8244 eigene Anteile geboten. Das deutsche Unternehmen wurde damit bei der Ankündigung des Gebots Ende August mit 17,17 Euro je Aktie bewertet. Für die Adva-Anteilseigner hat sich die Offerte bisher voll ausbezahlt – zumindest, wenn sie sie nicht angenommen haben. Der Adva-Kurs hat seit der Ankündigung um fast 60 Prozent angezogen. Die Adtran-Anteile haben sich seitdem um rund 16 Prozent verbilligt.