© Karl-Josef Hildenbrand

Ab in die Natur: Menschen lieben Camping in Bayern

München (dpa/lby) – Bayern ist Campingland: Schon das fünfte Jahr in Folge hat die bayerische Campingbranche Rekordzahlen geschrieben. Mit zwei Millionen Gästen und mehr als sechs Millionen Übernachtungen waren die Campingplätze im vergangenen Jahr «klar die Gewinner» der Tourismusbranche, wie ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in München sagte. Die Campingindustrie trage somit wesentlich zum starken Wachstum des bayrischen Tourismus bei. Besonders erfreulich für den Freistaat: Nach Darstellung des Bundesverbands der Campingunternehmer ist keine Region in Deutschland unter Campern so beliebt wie Bayern.

Auf den Campingplätzen macht sich das nicht nur im Sommer bemerkbar. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei mehreren Campingplätzen im Freistaat hat ergeben, dass immer mehr Menschen das ganze Jahr über in Wohnwagen oder Zelt kampieren wollen, die Nachfrage nach Jahresplätzen hat stark zugenommen. Ein Sprecher des größten bayerischen Campingplatzes für Dauercamper im unterfränkischen Kahl am Main sagte, dass die Jahresplätze dort seit zwei Jahren komplett ausgebucht seien. Es gebe sogar eine Warteliste, und in jedem Jahr gebe es mehr Anfragen. Nach Einschätzung des Sprechers liegt «Urlaub daheim» wieder im Trend.

Auch eine Sprecherin des mittelfränkischen Camping Waldsee bestätigte, dass die Zahl der Jahrescamper enorm zugenommen habe. Darunter seien Rentner genauso wie Familien mit Kindern. «Die Leute wollen wieder mehr raus in die Natur, draußen was erleben», sagte sie. Auf anderen Campingplätzen, etwa auf dem schwäbischen Camping Brunnen, miete vor allem die ältere Generation die Jahresplätze.

Das Interesse von Senioren am Natururlaub trägt dem Wirtschaftsministerium zufolge maßgeblich dazu bei, dass die Campingbranche in den vergangenen Jahren viel Profit gemacht hat. Denn: Die Babyboomer-Jahrgänge der Nachkriegszeit gehen nun nach und nach in Rente oder sind es bereits. Ein Sprecher des oberpfälzischen Camping Platzermühle befürchtet aber auch, dass es vielleicht bald wieder weniger Jahrescamper geben könnte, wenn die Senioren aus der Babyboomer-Generation zu alt für den Urlaub in Zelt und Wohnwagen sind.

Nicht nur die Campingbranche kann sich über erfolgreiche Jahre freuen. Der gesamten bayerischen Tourismusindustrie ging es in den vergangenen Jahren gut. Frank-Ulrich John, Geschäftsführer des bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands, sagte: «Urlaub machen ist wieder in. Alle profitieren davon.» Da es viele verschiedene Reisetypen gebe, würden die Hotels nicht unter dem Campingtrend leiden. Die Angebote würden sich gut ergänzen und unterschiedliche Menschen ansprechen.