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6,8 Millionen Euro veruntreut: Vermögensberater gesteht

Nürnberg (dpa/lby) – Ein ehemaliger Vermögensberater hat vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth gestanden, 6,8 Millionen Euro von Kunden einer Privatbank veruntreut zu haben. Er habe mit dem Geld fehlgeschlagene Finanzgeschäfte ausgleichen wollen, erklärte der 52-Jährige am Mittwoch beim Prozessbeginn. Um die Kunden zu halten und seinen Ruf bei der Bank nicht zu schädigen, habe er auch 120 000 Euro aus eigener Tasche als vermeintliche Kapitalerträge auf die Konten geschoben. Angeklagt ist er wegen Betrugs in 37 Fällen, Untreue in 24 Fällen und Urkundenfälschung in 28 Fällen. Außerdem muss er sich wegen Besitzes zweier Wurfsterne verantworten.

Zu seinen Kunden gehörten bekannte und solvente mittelständische Unternehmer. Er betreute laut Anklage insgesamt 200 Kunden mit einem Anlagevolumen von 400 Millionen Euro. Demnach baute der gelernte Bankkaufmann ein betrügerisches Anlage-System auf und schob Gelder von Konten zu Konten. Er soll den Kunden vorgetäuscht haben, ihr Geld gewinnbringend anzulegen. Beispielsweise soll er Geld, das ihm zum Ankauf von Gold zur Verfügung gestellt wurde, für sich verwendet oder das angekaufte Gold selbst behalten haben. Allein dadurch sei in den Jahren zwischen 2012 und 2017 ein Schaden in Höhe von mehr als drei Millionen Euro entstanden. Ende August 2017 wurde der Mann entlassen.

Der Angeklagte war von 1988 bis 2017 bei der Privatbank beschäftigt und zuletzt als Leiter der Kundenbetreuung für die Standorte Nürnberg und München tätig.