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30 Jahre nach brutaler Tat: Angeklagter gesteht

Aschaffenburg (dpa/lhe) – Sie wurde stundenlang vergewaltigt, im Wald verscharrt und überlebte mehrere Stiche mit einem Schraubenzieher nur knapp: Vor mehr als 30 Jahren erlitt die damals 22-jährige Ursula S. aus dem Kreis Offenbach ein Martyrium. Am Dienstag begann vor dem Landgericht Aschaffenburg der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter Jürgen R. In einer von seinem Anwalt vorgetragenen Stellungnahme gab der heute 55-jährige Deutsche die mehrfache Vergewaltigung zu. Eine Tötungsabsicht bestritt er aber.

Regungslos verfolgte Jürgen R. im Gerichtssaal der unterfränkischen Stadt sowohl die Worte seines Anwalts als auch die detaillierten Schilderungen der Tat durch den Chefermittler. Auch das Opfer sollte noch am ersten von geplanten sieben Verhandlungstagen aussagen.

Der dringende Verdacht gegen Jürgen R. ergab sich erst im Herbst 2017, mehr als 30 Jahre nach der Tat, durch einen DNA-Abgleich mit einem Beweisstück. Der Mann ist angeklagt, die junge Frau in einer Januarnacht des Jahres 1988 nach einem Discobesuch überwältigt, sie in ihrem Auto in ein Waldstück gezwungen und dort stundenlang vergewaltigt zu haben.

Danach soll der damals 26-jährige Jürgen R. mehrfach auf das Opfer eingestochen und es nackt im Wald unter Laub bedeckt liegen gelassen haben. Die 22-Jährige schleppte sich schwer verletzt auf eine Straße. Dort sammelte sie ein Autofahrer auf und brachte sie ins Krankenhaus. Nur durch eine Notoperation konnte ihr Leben gerettet werden.