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1860 München will Coup gegen Eintracht Frankfurt

München (dpa/lby) – Michael Köllner ist vor dem Erstrundenspiel im DFB-Pokal extra noch in den Laden mit seiner Glücks-Kassiererin gegangen. Wie schon im Totopokal in der Vorwoche will 1860 München auch gegen den Favoriten Eintracht Frankfurt jubeln – dafür benötigen der Drittligist und Coach Köllner alle Hilfe, die sie kriegen können. Die Chance auf einen Coup ist da. «Es wäre schlimm, wenn wir keinen Glauben hätten», sagte Köllner vor dem Spiel am Samstag (15.30 Uhr). «Jeder hat Bock auf DFB-Pokal. Wenn bestimmte Sternenkonstellationen zusammenkommen, dann kann es reichen, dass wir hoch gehen.»

Für die «Löwen» ist der Auftritt im DFB-Pokal ein frühes Highlight der Saison. Und der Traditionsverein will sich als Underdog im womöglich einzigen Spiel des Jahres gegen einen so illustren Gegner wie schon 2017 und 2018 von seiner besten Seite präsentieren. Damals kassierte der TSV zum Auftakt jeweils nur knappe Niederlagen. «Wir werden zeigen, dass wir ein würdiger Gegner für die Eintracht sind», stellte Köllner klar, dessen Team um den Sturm-Altmeister und neuen Kapitän Sascha Mölders (35) in Bestbesetzung auflaufen kann.

Nicht nur die noch aktiven «Löwen» glauben an den Erfolg – auch Trainer-Legende Werner Lorant sieht den TSV gut gerüstet. «Sechzig kann das schaffen. Für mich wär’s keine Sensation», sagte der 71-Jährige dem «Münchner Merkur» und der «TZ» (Freitag). «Außerdem ist Frankfurt immer für einen Ausrutscher gut.»

Die Hessen, von denen Coach Adi Hütter ein «Topspiel» und eine «gute Einstellung» verlangt, waren 2018 als Cup-Verteidiger schon in der 1. Runde gescheitert. Aber das waren noch andere Zeiten. Inzwischen hat Corona den Fußball im Griff und raubt den unterklassigen Gastgebern gleich zwei Vorteile: Zum einen müssen die «Löwen» im Grünwalder Stadion auf Fans verzichten. Zum anderen haben sie – anders als oft zuvor – keinen Vorteil durch den schon gestarteten Ligabetrieb.

«In all den anderen Jahren hat der Bundesligist immer aus der kalten Hose gespielt, der Drittligist aus der heißen Hose», sagte Köllner. «Jetzt müssen wir als Drittligist auch aus der kalten Hose spielen.» Wie die Fußball-Bundesliga hat auch die 3. Liga noch nicht begonnen, 1860 hat ähnlich wie die Eintracht noch keine große Wettkampfpraxis.

Nach dem peinlichen Absturz von der 2. Liga in die Regionalliga 2017 und inzwischen drei Jahren fernab der deutschen Fußball-Spitze soll aber sportlich positiv für Furore gesorgt werden. Wirtschaftlich hatte es in dieser Woche mit einer signifikanten Etaterhöhung bereits eine Erfolgsmeldung gegeben. «Das ist für uns ein Riesenschritt, weil wir jetzt Planungssicherheit für die kommenden zwei Jahre haben», sagte Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel.

So wollen sich die «Löwen» langsam wieder nach oben orientieren, um schon bald wieder regelmäßig gegen Teams wie die Eintracht zu spielen.