Der Leichnam des verstorbenen emeritierten Papstes Benedikt XVI. ist im Petersdom im Vatikan aufgebahrt., © Andrew Medichini/AP/dpa

Viele Delegationen aus Bayern reisen zu Benedikt-Trauerfeier

Gläubige und Vertreter von Politik, Kirche und Gesellschaft aus ganz Bayern wollen in Rom persönlich Abschied von Benedikt XVI. nehmen. Aus dem gesamten Freistaat machen sich Abordnungen auf den Weg zum Trauergottesdienst für den emeritierten Papst am Donnerstag am Petersplatz. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) führt eine 170-köpfige Delegation aus dem Freistaat an; mit dabei ist das halbe Kabinett. Auch Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) und mehrere Fraktionsvorsitzende haben sich angekündigt.

Das Bayerische Pilgerbüro hat drei Busse losgeschickt. Aus Benedikts Geburtsort Marktl am Inn und aus seinem späterem Wohnort Pentling fahren Gruppen nach Rom. Rund 200 Bayerische Gebirgsschützen, deren Ehrenmitglied Benedikt war, wollen am Mittwoch aufbrechen.

Für das Erzbistum München und Freising, in dem Benedikt von 1977 bis 1982 als Kardinal Joseph Ratzinger Erzbischof war, nimmt Kardinal Reinhard Marx an der Trauerfeier teil. Regensburgs Bischof Rudolf Voderholzer startete ebenso wie Passaus Bischof Stefan Oster bereits am Dienstag. Eichstätts Bischof Gregor Maria Hanke gehört nach Angaben der Staatskanzlei ebenso wie Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern Charlotte Knobloch Söders Delegation an.

«Es freut mich sehr, dass so viele Persönlichkeiten und Weggefährten von Benedikt XVI. die Einladung der Staatsregierung angenommen haben, um unserem bayerischen Papst im Namen des Freistaats die letzte Ehre zu erweisen», sagte Söder am Dienstag.

Der Landeshauptmann der Bayerischen Gebirgsschützen, Martin Haberfellner, und drei andere Vertreter wollen ebenso wie eine vierköpfige Abordnung des Bayerischen Trachtenverbandes mit Söder reisen. Der emeritierte Papst, aus Oberbayern stammend, hatte einen besonderen Bezug zu Brauchtum und Tradition. Besonders die Gebirgsschützen, die alljährlich ihren Patronatstag zu Ehren der Mutter Gottes als Patronin feiern, waren dem früheren Pontifex stets eng verbunden. Zuletzt hatte ihn eine kleine Gruppe im April 2022 zu seinem 95. Geburtstag im Kloster Mater Ecclesiae im Vatikan besucht.

Aus dem Erzbistum Bamberg kommt der zurückgetretene Erzbischof Ludwig Schick. Das Bistum Würzburg vertritt Weihbischof Ulrich Boom, weil Bischof Franz Jung zeitgleich das Partnerbistum in Brasilien besucht. Augsburgs Bischof Bertram Meier war bereits im Vatikan, um Benedikts zu gedenken. An der Trauerfeier nehme er wegen schon länger geplanter Exerzitien nicht teil, sagte ein Sprecher.

Aus der Gemeinde Pentling, in der Benedikt während seiner Zeit als Theologie-Professor an der Universität Regensburg lebte, nehmen Bürgermeisterin Barbara Wilhelm und ihr Stellvertreter Sebastian Hopfensberger an der Trauerfeier teil, wie ein Sprecher sagte. Aus Marktl will Bürgermeister Benedikt Dittmann dabei sein. Zudem machten sich zahlreiche Bürger und Gemeinderäte im Reisebus auf nach Rom, um Benedikt auf seinem letzten Weg zu begleiten. Auch eine Fahnendelegation und eine Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr wollen Benedikt die Ehre erweisen.

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. war am Silvestertag 2022 im Alter von 95 Jahren gestorben. Nach der Trauerfeier soll er am Donnerstag im Vatikan beigesetzt werden. Er soll in das Grab gelegt werden, in dem sein Vorgänger Papst Johannes Paul II. lag, ehe dessen Überreste an einen anderen Ort im Hauptraum des Petersdoms gebracht wurden.