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Zu wenig Personal, zu wenig Geld: Viele Justizvollzugsbeamte brauchen Nebenjob

Wer Vollzeit als Justizvollzugsbeamter arbeitet, braucht eigentlich keinen Nebenjob. Sollte man meinen. Die Fakten sehen aber anders aus, wie jetzt aus einer Anfrage des Hofer SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Adelt an die Bayerische Staatsregierung hervorgeht.

Von insgesamt 4478 Mitarbeitern in Bayerns Gefängnissen haben 803 noch einen Zweitjob. Allein in Hof und Bamberg sind’s je sechs und sieben Justizvollzugsbeamte, die sich noch ein Zubrot verdienen. Für Adelt sind das alarmierende Zahlen. Die Staatsregierung müsse mehr Geld und mehr Personal im Haushalt einplanen. Immerhin haben die Justizvollzugsbeamten jahrelang mit Verurteilten zu tun. Sie sind mehr damit mehr als nur Gefängniswärter.

Adelt fordert deshalb mehr Geld und mehr Personal. Auch damit mehr als eine halbe Million Überstunden wieder abgebaut werden können. Dass Handlungsbedarf besteht, zeige außerdem die Zahl der Mitarbeiter, die vorzeitig in Ruhestand gegangen sind: Von 16 Ruhestandseintritten in Oberfranken, waren im vergangenen Jahr fünf vorzeitig. Das Bayerische Justizministerium winkt allerdings ab: Im bundesweiten Vergleich sei Bayern an der Spitze, was die Besoldung der Mitarbeiter im Justizvollzug betrifft. Die Aufstiegsmöglichkeiten seien zudem verbessert und die Nachtdienstzulage im vergangenen Jahr angehoben worden.