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Zeitung: AfD-Vorstand Driesang will aufhören

München (dpa/lby) – Als Reaktion auf den Wechsel von AfD-Chef Jörg Meuthen ins Europaparlament will sich dessen aus Bayern stammender Parteifreund Dirk Driesang aus der aktiven Politik zurückziehen. «Ich hätte mich sehr gefreut, im Europaparlament zu sein. Ich bin ein bisschen traurig», sagte Driesang der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Mittwoch). Hätte Meuthen auf das Mandat verzichtet, wäre Driesang gemäß der Wahlliste der nächste Nachrücker gewesen. Driesang ist Mitglied des AfD-Vorstandes und war 2014 bei der Europawahl Spitzenkandidat in Bayern.

«Für mich bedeutet das, dass ich mich aus der aktiven Politik zurückziehe», betonte er. Bei der nächsten Vorstandswahl im Dezember werde er sich nicht mehr zur Wahl stellen. Stattdessen wolle er sich wieder seinem Beruf als Opernsänger widmen. Ohne Abgeordnetenmandat könne er sich nicht an Wochenenden der Parteiarbeit widmen, wenn dann einerseits Parteitage und Versammlungen anstünden, andererseits aber auch Opernproben und Vorstellungen.

«Ich glaube, dass Jörg Meuthen sich das gut überlegt hat. Ich hoffe, dass es für die Partei die richtige Entscheidung war», betonte er. Driesang ist einer der Gründer der «Alternativen Mitte», einer Vereinigung gemäßigter AfD-Mitglieder. Er war zudem maßgeblich an der Beantragung eines Parteiausschlusses des thüringischen AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke beteiligt.