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Trump will künftigen Afghanistan-Kurs verkünden

Washington (dpa) – US-Präsident Donald Trump hat über seinen künftigen Afghanistan-Kurs entschieden. Er will ihn am Montagabend (21 Uhr Ortszeit/Dienstagmorgen 0300 Uhr MESZ) in einer Rede an die amerikanischen Truppen und das Volk bekanntgeben, wie das Weiße Haus am Sonntag mitteilte.

Trump war am Freitag mit führenden Köpfen seines Sicherheitsteams zu abschließenden Beratungen zusammengekommen, aber hatte danach lediglich getwittert, dass Entscheidungen zu Afghanistan gefallen seien.

In der Mitteilung des Weißen Hauses hieß es, Trump wolle «über den künftigen Pfad beim amerikanischen Engagement in Afghanistan and Südasien informieren». Trump hatte die Militärs mit der Ausarbeitung neuer Pläne beauftragt. Hintergrund sind wachsende Befürchtungen, dass die internationale Koalition und die Sicherheitskräfte der afghanischen Regierung im Kampf gegen Taliban und Al-Kaida zunehmend an Boden verlieren.

Die USA haben derzeit 8400 Militärangehörige in Afghanistan stationiert. Die strategischen Optionen reichen von einer Aufstockung der Truppen über den umstrittenen Einsatz privater Söldner statt regulärer Soldaten bis hin zu einem Totalabzug.

Verteidigungsminister James Mattis hatte im Juni die Befugnis zur Entsendung von 3800 zusätzlichen Soldaten nach Afghanistan erhalten, aber das mit Blick auf die Ausarbeitung einer breiter angelegten Strategie bisher nicht umgesetzt. Dabei geht es nicht nur um Truppenstärken, sondern etwa auch um Wege, Druck auf Pakistan auszuüben, nicht länger afghanischen Taliban und anderen Extremisten einen Zufluchtsort zu bieten.

Mattis bestätigte am Sonntag vor Journalisten, dass der künftige Kurs jetzt stehe, nannte aber keine Einzelheiten. Der Pentagonchef sprach aber von einem «ausreichend gründlichen» Entscheidungsprozess, bei dem man nicht von einer vorab zementierten Position ausgegangen sei. Er sei sehr zufrieden damit.

An den Beratungen am Freitag auf dem Präsidenten-Landsitz Camp David nahmen neben Trump und Mattis unter anderen Außenminister Rex Tillerson, Vizepräsident Mike Pence und Topgeneräle teil.