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Vogelschützer: Jäger sollen Rebhühner freiwillig schonen

Hilpoltstein (dpa/lby) – Aus Sorge um das gefährdete Rebhuhn fordern Tierschützer in Bayern einen Jagdstopp für den Vogel. Im Freistaat gebe es nur noch 2300 bis 4000 Brutpaare, berichtete Andreas von Lindeiner vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV). «Dennoch werden pro Saison etwa 1300 Rebhühner geschossen.» Jäger sollten freiwillig auf eine Bejagung verzichten und damit dem Beispiel ihrer Kollegen in Bundesländern wie Hamburg und Nordrhein-Westfalen folgen, hieß es am Mittwoch.

In ganz Europa ist der Bestand der Rebhühner laut LBV seit 1980 um 94 Prozent zurückgegangen, allein in Deutschland hat sich deren Zahl in den vergangenen zehn Jahren halbiert. Hauptgrund sei allerdings nicht die Jagd, sondern die intensive Landwirtschaft. Flächen würden so stark genutzt, dass die Feldvögel kaum noch Insekten und Wildkräuter als Nahrungsquelle hätten. Gleichwohl schwäche die Jagd den Bestand der Rebhühner weiter, mahnte der LBV.

Ein Sprecher des bayerischen Jagdverbands sagte auf Anfrage, man teile die Sorge des LBV um das Rebhuhn. Seit Jahrzehnten verzichteten Jäger auf die Bejagung in Gebieten, wo es nicht länger nachhaltig sei. Gleichwohl gebe es im Freistaat noch Rebhuhn-Bestände, die eine nachhaltige Nutzung zuließen. «Dem Rebhuhn in Ebersberg oder Erding wird es wenig helfen, wenn in Kitzingen oder Würzburg weniger gejagt wird», sagte der Sprecher dazu. Die zweimonatige Jagdzeit auf das Rebhuhn beginnt in Bayern am 1. September.