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Türkischstämmiger Ex-CSU-Ortsvorsitzender wechselt zur FDP

Nürnberg (dpa/lby) – Er war der erste Deutsche mit türkischem Migrationshintergrund an der Spitze eines CSU-Ortsverbandes. Am Freitag hat Ümit Sormaz aus Nürnberg sein Parteibuch zurückgegeben. Er ist zur FDP gewechselt. Ihm gefalle nicht, wie die CSU mit für ihn wichtigen Themen umgehe, etwa das Nein zum Doppelpass und die Ablehnung der Ehe für Alle, die er aber befürworte, sagte der 38-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Über den Parteiaustritt hatten zuerst die «Nürnberger Nachrichten» berichtet.

Sormaz war 2013 zum Vorsitzenden des CSU-Ortsverbandes Nürnberg Lichtenhof gewählt worden. 2011 erhielt er die Integrationsmedaille der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration in Berlin. Sein Ortsverband fusionierte Anfang des Jahres mit einem anderen Ortsverband. Sormaz kandierte als stellvertretender Vorsitzender der neu formierten CSU Nürnberg-Südstadt, erhielt aber nicht genug Stimmen.

Die Gründe für seinen Austritt aus der CSU hat der Vater einer kleinen Tochter CSU-Bezirkschef Markus Söder in einem persönlichen Brief geschrieben. Ein Punkt: Die CSU schüre mit dem Sicherheitsthema zu sehr die Ängste der Wähler, statt Hoffnung zu verbreiten. «Es geht uns doch im Grunde gut.»

Die liberale Denkweise der FDP gefalle ihm, meinte der Unternehmer Sormaz. Er wolle bei der FDP aktiv Politik machen. «Passives Mitglied war ich nur im Sportverein.»