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Staatsanwaltschaft fordert Gefängnisstrafe für Schleuser

Passau (dpa/lby) – In einem Prozess gegen zwei mutmaßliche Schleuser hat die Staatsanwaltschaft erhebliche Haftstrafen gefordert. Der 28 Jahre alte Hauptangeklagte müsse siebeneinhalb Jahre ins Gefängnis, verlangte die Anklägerin am Dienstag vor dem Passauer Landgericht. Für den ein Jahr jüngeren Mitangeklagten verlangte sie vier Jahre Haft. Die Verteidiger der beiden Rumänen sprachen sich hingegen für maximal zweijährige Bewährungsstrafen aus. Das Urteil soll am kommenden Dienstag verkündet werden.

Die Staatsanwältin warf dem 28-Jährigen sechs Fälle vor, bei denen insgesamt 165 Menschen geschleust worden seien. Der 27-Jährige sei für die Schleusung von 58 Menschen verantwortlich. Die Anwälte des Hauptangeklagten gingen hingegen nur von einem Fall aus.

In der Anklage war ursprünglich sogar davon die Rede, dass die Männer im Juli und August 2015 mindestens 247 Flüchtlinge nach Deutschland geschleust hätten. Diese sollen für die Fahrten von Budapest nach Bayern pro Person 500 Euro gezahlt haben.

Dafür sollen die Angeklagten den Ermittlungen zufolge völlig ungeeignete Transporter und Kleinlaster verwendet haben. Mehr als 30 Menschen hätten sich teilweise auf eine Ladefläche von etwa sieben Quadratmetern drängen müssen. Kinder hätten geschrien, weil es so heiß war. Luft habe es nur über einen Schlitz im Dach des Transporters gegeben. Auch Pausen seien nicht gemacht worden.

Die Angeklagten waren im August 2016 in Rumänien festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert worden.