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«Reichsbürger» wollte möglichst viele Polizisten töten

Nürnberg (dpa/lby) – Der selbst ernannte «Reichsbürger» aus dem fränkischen Georgensgmünd wollte bei dem Einsatz in seinem Haus aus Sicht der Staatsanwaltschaft möglichst viele Polizisten verletzen oder töten. Dafür verschanzte er sich im Oktober 2016 laut Anklageschrift in seiner Wohnung hinter einem Mauereck mit Schussmöglichkeit auf seine Wohnungstür. Er habe dabei eine Schutzweste getragen und die geladene Waffe schussbereit gehabt.

Zunächst habe der Angeklagte nur einen Polizisten durch die teilverglaste Tür auf dem Gang bemerkt. Wie es in der am Donnerstag vom Landgericht Nürnberg-Fürth verschickten Anklageschrift heißt, habe er mit der Schussabgabe abgewartet, damit sich weitere Polizisten in das Schussfeld begeben würden. Als schließlich drei Beamte vor der Tür standen und versuchten, diese zu öffnen, habe sich für ihn eine besonders günstige Situation ergeben. Der 49-Jährige habe daraufhin elfmal gefeuert. Ein 32 Jahre alter Beamter wurde durch die Schüsse getötet, zwei weitere verletzt.

Der Prozess gegen den geschiedenen Kampfsport-Trainer und Vermögensberater Wolfgang P. startet am Dienstag (29. August). Der Vorwurf: Mord und versuchter Mord sowie gefährliche Körperverletzung.

Bei dem Einsatz sollten dem Hobby-Jäger seine rund 30 Waffen abgenommen werden, weil er bei den Behörden als nicht mehr zuverlässig galt. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft wollte sich P. bei seiner Tat auf eine Notwehrlage berufen, weil er einen Einbruch angenommen habe. Die Polizei habe sich jedoch deutlich also solche zu erkennen gegeben.