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Politologe: Zeit spielt für Seehofer

München (dpa/lby) – Die voraussichtlich lang andauernden Koalitionsverhandlungen kommen CSU-Chef Horst Seehofer nach Einschätzung von Politikwissenschaftler Heinrich Oberreuter zugute. Sie könnten sich bis Weihnachten hinziehen, sodass auch auf dem CSU-Parteitag im November «keine Personaldiskussion in dem Sinne kommen wird, die einen Führungswechsel intendieren wird», sagte Oberreuter dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2, «radioWelt am Morgen»). Danach rücke die bayerische Landtagswahl in den Blick. Womöglich finde die Partei dafür eine «einvernehmliche Lösung», sagte der Politologe. Eine Revolte sei aber nicht zu erwarten.

Seit den Stimmenverlusten bei der Bundestagswahl gilt Seehofer an der Parteispitze als angezählt. Die CSU-Landtagsfraktion in Bayern hatte am Mittwoch entschieden, eine Entscheidung über seine politische Zukunft solle nicht vor dem Parteitag im November fallen. Oberreuter sagte aber auch: «Die Souveränität von Seehofer, die Partei und die Regierung nach eigenem Gusto zu führen und relativ wenig Mitbestimmung zuzulassen, diese Souveränität ist zunächst mal dahin.»

Für die Koalitionsverhandlungen hat die Partei aus seiner Sicht keine Alternative zu Seehofer: «Da braucht man einen Verhandlungsführer, der sich auf der Berliner Ebene auskennt und entsprechende Kompetenzen mitbringt. Da gibt es keinen anderen», sagte Oberreuter weiter. Die Verhandlungen würden hoch kompliziert.