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Plädoyers im Fall Vanessa: Nebenklage fordert Strafe

Es ist sehr ungewöhnlich, dass in einem Strafverfahren vor Gericht die Nebenklage eine Strafe für die Angeklagten fordert und die Staatsanwaltschaft nicht. So ist es heute im Vanessa-Prozess vor dem Amtsgericht in Kulmbach gelaufen, in dem der Tod des achtjährigen Mädchens vor vier Jahren im Himmelkroner Freibad juristisch aufgearbeitet wird. Der Staatsanwalt hat Freispruch für den Bademeister des Himmelkroner Freibades und eine Betreuerin des Sportvereins Himmelkron gefordert. Er will sie nicht wegen fahrlässiger Tötung verurteilt wissen, Allerhöchstens könne man eine Verwarnung mit Strafvorbehalt aussprechen und die zwei Jahre zur Bewährung aussetzen. Die Verteidiger der beiden Angeklagten sehen wie der Staatsanwalt keine grobe Pflichtverletzung bei ihren Mandanten.
Ganz anders die Nebenklage. Die Rechtsanwälte der Eltern von Vanessa haben vor Gericht deutliche Worte gefunden. Keine Sekunde hätte die Betreuerin Vanessa aus den Augen lassen dürfen, weil sie nicht sicher habe wissen können ob das Mädchen schwimmen kann und Vanessa aber im Schwimmerbecken war. Der Bademeister habe die Pflicht gehabt, die Wasserfläche zu beobachten.