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Ministerin: Studie taugt nicht für fachliche Beurteilung

München (dpa/lby) – Bayerns Familienministerin Emilia Müller (CSU) hat der Bertelsmann-Stiftung eine unseriöse Arbeitsweise bei ihrem Ländermonitoring zur frühkindlichen Bildung vorgeworfen. «Das reine Aufzählen von Personalschlüsseln und die stets negative Bewertung dieser Zahlen wird der komplexen, verantwortungsvollen Aufgabe der Kinderbetreuung und dem Engagement der Betreuerinnen und Betreuer nicht gerecht», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in München.

Müller reagierte damit auf das schlechte Abschneiden des Freistaats im aktuellen Ländermonitoring der Stiftung. Demnach gibt es in Bayern die größten regionalen Qualitätsunterschiede in der Kinderbetreuung. Die Autoren der Studie leiten dies an den unterdurchschnittlichen Personalschlüsseln und an der Ausbildung der Fachkräfte ab.

«Die Studie der Bertelsmann Stiftung ist sicher gut für eine Schlagzeile – für eine fachliche Beurteilung der frühkindlichen Bildung taugt sie aber nicht», sagte Müller. Den Autoren warf sie vor, mit ihrer Studie nur schlechte Stimmung verbreiten zu wollen.

Die Zahl der pädagogischen Fachkräfte in Bayern – darunter fallen Erzieherinnen ebenso wie Sozialpädagogen – habe sich seit 2006 auf 46 300 nahezu verdoppelt, betonte Müller. Zudem gebe es innovative Strategien wie die sogenannten Qualitätsbegleiter. 81 Frauen und Männer sind bei dem Modellprojekt im Einsatz und beraten Kitas und Kindergärten zu möglichen Qualitätsverbesserungen vor Ort.