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Landeskriminalamt warnt vor selbstgebauten Silvesterböllern

Garching (dpa/lby) – Mehr als 70 Menschen sind in der vergangenen Silvesternacht in Bayern durch Böller und Raketen verletzt worden. Das Landeskriminalamt (LKA) zählt in seiner Statistik mindestens fünf Schwerverletzte, die durch die Folgen nun auf einem Auge blind oder auf einem Ohr taub sind. Hinzu kommen laut einem Sprecher mehr als 70 Leichtverletzte. Darüber hinaus registrierte die Polizei mehr als 100 Brandfälle durch falschen Umgang mit Feuerwerkskörpern. Balkone, Dachstühle und Wohnungen fingen so Feuer. Der Gesamtschaden beläuft sich den Angaben zufolge auf mindestens 600 000 Euro.

Wie gefährlich illegale und selbst gebaute Böller sind, will das LKA heute sehr eindringlich in Garching bei München zeigen: Ein 23 Jahre alter Mann soll über seine Erfahrung aus dem vergangenen Jahr berichten, als er mit Chemikalien hantiert hatte und den Jahreswechsel beinahe nicht überlebt hätte. Vier Menschen wurden Ende 2016 schwer verletzt, eine Garage schwer beschädigt. Ein Trauma blieb.

Am Donnerstag beginnt auch der Verkauf für das Silvesterfeuerwerk. Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) warnte vorab: «Beim Silvesterfeuerwerk hat die Sicherheit ganz klar Vorfahrt. So farbenfroh und spektakulär das Feuerwerk funkelt und kracht – man sollte die explosive Wirkung der Knallkörper nicht unterschätzen.» Zugelassene Artikel seien am CE-Zeichen und der Registriernummer erkennbar. Feuerwerkskörper explodieren laut Mitteilung in weniger als zwei Meter Entfernung mit einer Lautstärke von bis zu 160 Dezibel. Dieser Wert entspreche in etwa dem eines Presslufthammers oder eines startenden Düsenjets, teilte das Ministerium mit.

Rund um die bayerischen Schlösser, Burgen und Residenzen dürfen keine Feuerwerkskörper abgebrannt werden, teilte die Bayerische Schlösserverwaltung mit. In der Silvesternacht seien wegen der Brandgefahr auch einige Schlossplätze und Anlagen gesperrt. Die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald bat darum, «im Interesse der Natur» auf Raketen und Böller im Nationalpark zu verzichten.