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Kabinett beschließt Millionenhilfe für Obstbauern

München (dpa/lby) – Bayerische Obstbauern, bei denen Nachtfröste im April immense Schäden verursacht haben, bekommen staatliche Unterstützung. Das Kabinett beschloss am Dienstag ein rund 34 Millionen Euro schweres Hilfsprogramm, mit dem in der Regel bis zu 50 Prozent des entstandenen Schadens ausgeglichen werden sollen. Der Höchstbetrag liegt bei 50 000 Euro; in besonderen Härtefällen kann die Summe aber auch höher ausfallen. Ist ein Betrieb in seiner Existenz bedroht, bekommt er bis zu 80 Prozent des Schadens erstattet. Das teilte Agrarminister Helmut Brunner (CSU) nach der Kabinettssitzung in München mit.

Nach frühlingshaften Temperaturen und einer zu frühen Blüte hatten zwei Frostnächte Mitte April teils verheerende Schäden in Obst- und Weinbaugebieten verursacht, in Bayern vor allem in der Bodenseeregion und in Franken. Den Schaden in Bayern bezifferte Brunner auf rund 60 Millionen Euro. Rund 3800 Hektar Anbaufläche seien betroffen. «Im Zusammenspiel mit der verfrühten Obstblüte kommen die Frostnächte im April einer Naturkatastrophe gleich», sagte Brunner. «Beim Obst gab es trotz Vorkehrungen vielfach sogar Totalausfälle, beispielsweise bei Kirschen.» Die Hilfe begründete Brunner auch damit, dass die Schäden nicht zu annehmbaren Bedingungen versicherbar gewesen wären.

Zugleich kündigte Brunner an, die Sturm-Hilfe für Waldbesitzer, die das Kabinett für die Kreise Passau und Freyung beschlossen hatte, werde auf weitere betroffene Landkreise ausgeweitet.