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Huml: Zu großer Internetkonsum bei Kindern und Jugendlichen

München (dpa/lby) – Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) warnt vor einem übermäßigen Internetkonsum bei Kindern und Jugendlichen – gerade an den Weihnachtstagen: «Vermutlich hat bei vielen Familien ein Smartphone oder Tablet unter dem Christbaum gelegen. Eltern sollten aber darauf achten, dass ihre Kinder auch während der Weihnachtsferien nicht zu viel Zeit mit ihren Smartphones und am Computer verbringen», sagte Huml nach Angaben ihres Ministeriums am Montag.

Kinder und Jugendliche müssten Handlungskompetenzen für einen kontrollierten PC- und Internetgebrauch erwerben. Denn eine zu starke Beschäftigung mit Online-Spielen und sozialen Netzwerken berge auch gesundheitliche Risiken, so Huml. Sie verwies dazu auf den aktuellen Suchtbericht der Bundesregierung. Danach gehen Experten derzeit von ungefähr 560 000 Internetsüchtigen und 2,5 Millionen problematischen Nutzern in Deutschland aus. Am stärksten betroffen seien junge Menschen im Alter von 14 bis 24 Jahren.

«Die aktuelle Drogenaffinitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Zahl der 12- bis 17-Jährigen, die unter Internetabhängigkeit leiden, in den Jahren 2011 bis 2015 sogar verdoppelt hat», sagte Huml. Laut einer vom Bundesgesundheitsministerium geförderten Studie nutzen 70 Prozent der Kinder im Kita-Alter bereits das Smartphone ihrer Eltern mehr als eine halbe Stunde täglich. Die Ministerin erinnerte in diesem Zusammenhang an die Verantwortung der Eltern: «Es ist in erster Linie Aufgabe der Eltern, ihren Kindern einen kompetenten Umgang mit dem Internet zu erlernen. Dazu gehört zum Beispiel, klare Regeln für die Handy- und Internetnutzung zu vereinbaren.»