© Stefan Herbst

Der Dackel und sein Dachsbau

Weilheim (dpa/lby) – Ein Dackel mit besonderer Vorliebe für ein und denselben Dachsbau hat der Freiwilligen Feuerwehr von Weilheim in Oberbayern zum dritten Mal innerhalb eines Jahres einen tierischen Einsatz beschert. Mit der Alarmierung «Kleintierrettung» waren die Helfer an den Ammerdamm beordert worden. «Die Meldung kam uns irgendwie bekannt vor», meinte der stellvertretende Kommandant Stefan Herbst am Dienstag. Er nannte das Tier einen «Wiederholungstäter, ein Dackel, der nicht wirklich folgt und samt seiner Leine immer wieder seinen Dachsbau sucht».

Bei sommerlicher Hitze mussten sich die Feuerwehrleute mit Schaufel und Pickel zu dem Hund vorarbeiten. «Das Bellen des Dackels war leise, jedoch immer wieder an einer anderen Stelle wahrzunehmen», schilderte Herbst die Rettung vom Samstag. Schließlich musste ein Bagger den rund 100 Quadratmeter großen Dachsbau teils ausheben.

Der Dackel wurde auch dieses Mal aus seiner misslichen Lage befreit. Allerdings brauchten die Helfer mehr als drei Stunden dafür. Die Freiwillige Feuerwehr wird der Hundebesitzerin für den Einsatz denn auch eine saftige Rechnung schicken. «Normalerweise kosten Tierrettungen nichts», erläuterte der Vize-Kommandant. Aber da er Dackels Frauchen Fahrlässigkeit unterstellt, muss sich die Halterin auf mindestens 1000 Euro Kosten für die Befreiung ihres Lieblings einstellen. Auch der Baggereinsatz werde in Rechnung gestellt.

Die beiden vorangegangenen Einsätze waren im September und November 2016 gewesen. Herbst appellierte an das Frauchen des dachsbauverliebten Dackels, sich eine andere Route zum Gassigehen zu suchen. Dackel wurden einst zur Jagd auf Dachse und Füchse gezüchtet. Ihre kurzen Läufe und der geringe Brustumfang ermöglichen es ihnen, in die unterirdischen Baue der Wildtiere einzudringen und sie dort zu verjagen. Sie heißen deshalb auch Dachshund.