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Computerspielpreis 2018: Hamburger sahnen mit «Witch It» ab

München (dpa) – Die Überwältigung des Teams von Barrel Roll Games bei der Preisverleihung des Deutschen Computerspielpreises am Dienstag war im ganzen Saal spürbar. Gleich dreimal zeichnete die Jury das Multiplayer-Spiel «Witch It» der vier Hamburger Spieleentwickler aus: als «bestes deutsches Spiel», «bestes internationales Multiplayer-Spiel» und «bestes Jugendspiel».

«Für uns war es natürlich schon Wahnsinn, dafür überhaupt nominiert worden zu sein», sagte Mitbegründerin und Geschäftsführerin Tina Heitmann unter Tränen, nachdem sie den ersten von drei Preisen in der Kategorie «bestes internationales Multiplayer-Spiel» entgegengenommen hatte. Erst im Januar 2017 wurde das Start-up mit vier Leuten in Hamburg gegründet – bei der Verleihung in München waren sie die Gewinner des Abends und räumten 185 000 Euro Preisgeld ab.

«Witch It» ist eine digitale Form des Versteckspielens. Spieler können sich in Teams zusammenfinden und auf bisher neun verschiedenen Karten spielen. Als lila Hexen laufen oder fliegen sie mit Besen durch die animierte Zauberwelt. Mit Hilfe von Magie tarnen sie sich als Gegenstände. Oder die Spieler entscheiden sich für das Team der Jäger und stampfen als breit gebaute Männer auf der Suche nach den Hexen über den Bildschirm. Seit weniger als einem Jahr ist das Spiel auf dem Markt und bisher nur für Windows verfügbar.

Den Preis für das beste deutsche Spiel überreichte am Dienstagabend der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Söder betonte den Stellenwert der Computerspiel-Industrie auch für den Wirtschaftsstandort München. «Das ist eine der Zukunftsbranchen schlechthin», sagte er. «Was da an Leistungsfähigkeit und Kreativität hintersteckt, ist enorm.» Es sei wichtig, dass man positiver über die Branche rede.

Die Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär (CSU), war – anders als angekündigt – nur digital anwesend und lobte in einem vorab produzierten Video die Kreativität und das technologische Know-how der Branche.

Als «bestes Kinderspiel» wurde «Monkey Swag» ausgezeichnet. In dem Spiel für Kinder ab zehn Jahren begeben sich Spieler als Piraten-Äffchen auf die Suche nach Schätzen. Die Kategorie «bestes internationales Spiel» gewann das Action-Adventure-Spiel «Assassin’s Creed Origins» der kanadischen Spieleschmiede Ubisoft, das den Spieler in das alte Ägypten entführt.

Durch den Gala-Abend zur feierlichen Preisverleihung mit 700 geladenen Gästen führte die Moderatorin Barbara Schöneberger. Zu den Laudatoren gehörten das Model Eva Padberg und die Schauspielerin Nova Meierhenrich. Verliehen wird der Preis vom Bundesministerium für digitale Infrastruktur sowie dem Game–Verband der deutschen Computerspiele-Branche. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 560 000 Euro vergeben.