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Union feiert Auswärtssieg mit «Luft nach oben»

Berlin (dpa) – Trotz des perfekten Saisonstarts in der 2. Fußball-Bundesliga war Jens Keller noch nicht restlos zufrieden. Nach dem umjubelten 1:0 (0:0)-Erfolg des 1. FC Union Berlin beim Aufstiegs-Mitfavoriten FC Ingolstadt sah der Coach für die nächsten Aufgaben noch Verbesserungspotenzial. «Wir sind in den ersten 20, 25 Minuten überhaupt nichts ins Spiel gekommen. Wir hatten keinen Mut. Dann war das Spiel aus meiner Sicht ausgeglichen», resümierte der Trainer. «Die Mannschaft hat richtig gut gegen den Ball gearbeitet. Mit dem Ball haben wir noch ein bisschen Luft nach oben.»

Am Sonntagvormittag sah es bei den Köpenickern schon wieder nach Alltag aus. Co-Trainer Henrik Pedersen dirigierte lautstark die Reservisten beim Training, an dem in Verteidiger Matthias Stingl und Offensivmann Felicio Brown Forbes zwei Probespieler teilnahmen. Stingl spielte zuletzt bei der U19 des FC Bayern München, Brown Forbes beim russischen Erstligisten Anschi Machatschkala.

Die erste Reihe regenerierte sich mit einer Krafteinheit und Lauftraining vom Auftakt beim Bundesliga-Absteiger. Vor dem ersten Heimspiel gegen Holstein Kiel am Freitag (18.30 Uhr) setzt Union auf Zurückhaltung. «Wir können uns auf nichts ausruhen. Wir müssen in der Woche gut arbeiten und gegen Kiel am besten von Anfang an da sein, um den nächsten Dreier nachzulegen», sagte Kapitän Felix Kroos. Offen ist noch, ob Akaki Gogia gegen den Aufsteiger mitwirken kann. Der Offensivkicker war am Sonntag zumindest im Lauftraining.

In Ingolstadt fehlte Gogia wegen einer Fersenverletzung. Dort konnten die Berliner ihre Führung nach einem Traumtor von Rechtsverteidiger Christopher Trimmel in der 59. Minute bis zum Schluss verteidigen. So gelang vor 10 870 Zuschauern der erste dreifache Punktgewinn für Union an einem ersten Spieltag seit der Saison 2009/10, als die Köpenicker als Aufsteiger mit 3:0 in Oberhausen gewannen.

Zum Held des Tages avancierte der Österreicher Trimmel. Der Abwehrspieler schoss nach einer Kopfball-Ablage von Angreifer Sebastian Polter von der Strafraumgrenze in den rechten oberen Winkel. Es war erst sein zweites Punktspieltor für Union seit seiner Verpflichtung im Sommer 2014. «Wenn der Ball in dieser Position so kommt, muss man volles Risiko gehen. Wenn er drüber geht, geht er drüber. Ansonsten wird er gefährlich», sagte Trimmel. «Der Ball ist nicht flach schön daher gekommen. Von daher ist man schon froh, wenn man gut trifft und sieht, er geht rein.»