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AOK begrüßt stärkeren Kampf gegen Betrug in der Pflege

Nürnberg/München (dpa/lby) – Experten der größten bayerischen Krankenkasse AOK haben im vergangenen Jahr mehr als 1800 neue Verdachtsfälle von Betrug oder Korruption im Gesundheitswesen bearbeitet. Das seien mehr als 20 Prozent mehr als 2016, wie die Krankenkasse am Dienstag in München mitteilte. Damit landeten jeden Arbeitstag mehr als acht neue Fälle mit Verdacht auf Abrechnungsbetrug, Korruption, Bestechung oder Bestechlichkeit auf den Schreibtischen der sieben AOK-Betrugsermittler.

Die Kasse begrüßt daher, dass in Bayern künftig spezialisierte Ermittler gegen Betrug im Gesundheitswesen vorgehen sollen. In jedem Polizeipräsidium soll es diese zusätzlichen Spezialermittler geben. «Bayern nimmt damit eine wichtige und bedeutende bundesweite Vorreiterrolle ein», sagte Dominik Schirmer, Beauftragter der AOK Bayern zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen laut Mitteilung.

Zur Unterstützung der polizeilichen Ermittlungen sei die Schaffung von Stellen für Abrechnungsspezialisten und IT-Experten notwendig. Nur fachkundige Fahnder hätten das Wissen, um die komplexen Abrechnungsverfahren im Gesundheitswesen zu durchschauen.