Jäger-Prozess: Warum hat es so lange gedauert?

Fünf Jahre nach dem tödlichen Schuss auf einen jungen Mann in einem Maisfeld soll der Fall endlich abgeschlossen sein. So hofft zumindest der angeklagte Jäger Wernfried P. Das Landgericht Hof hat ihn gestern zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt, wegen fahrlässiger Tötung. Und bleibt damit unter dem Urteil des Amtsgerichts Wunsiedel vor drei Jahren. Doch warum hat’s so lange gedauert, bis es überhaupt zu diesem für beide Seiten – für den angeklagten Jäger genauso wie für die Angehörigen des Opfers – extrem belastenden Berufungsverfahren kam? Grund hierfür sind die polizeilichen Ermittlungen und das Verfahren am Amtsgericht Wunsiedel, das sich schon lange hingezogen hatte. Hinzu kam, dass die Berufungskammer am Landgericht Hof viele Fälle abarbeiten musste und viele Personalwechsel in den vergangenen Jahren hatte – das kommt dem verurteilen Jäger Wernfried P. jetzt zumindest ein bisschen zu Gute: zwei Monate seiner Bewährungsstrafe gelten bereits als vollstreckt. Und: Wernfried soll auf keinen Fall absichtlich auf das Opfer gezielt haben. Der Schuss soll sich aus Unachtsamkeit gelöst haben. Das spricht natürlich gegen jegliche Vorsatz-Vorwürfe.