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ICE-Messerattacke: Angeklagter behauptet Erinnerungslücke

Aschaffenburg (dpa/lby) – Mit einem Kampfmesser soll er in einem ICE einen Mann angegriffen haben – zu Prozessauftakt am Montag berief sich der angeklagte 43-Jährige auf eine Erinnerungslücke. Er habe keine Erinnerung an den Vorfall, ließ er über seinen Anwalt mitteilen. Er selbst äußerte sich nicht. Der Niederländer wisse noch, dass er im vergangenen April in sein Heimatland habe reisen wollen. An einem größeren Bahnhof in Bayern sei er umgestiegen – als nächstes sei er in einem Krankenhaus in Aschaffenburg aufgewacht. Ihm wird versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Das Opfer, ein damals 27-Jähriger, sagte am Montag umfassend aus. Er sei auf dem Weg nach Frankfurt gewesen, um Freunde zu treffen. Der Angeklagte sei ihm im Zug aufgefallen, weil dieser sich auffällig und laut verhalten habe. Über die Messerattacke sagte der Mann, dass er ein «schneidendes Gefühl am Hals gespürt» habe, als ob ihm jemand die Kehle durchschneiden wollte. «Ich habe so ein Gefühl noch nie erlebt; ich kann mir vorstellen, dass es sich so anfühlt.» Er erlitt eine Schnittverletzung im Kinnbereich.

Der nach Angaben der Polizei stark alkoholisierte Mann war nach dem Angriff im Zug geflüchtet, konnte aber von zufällig mitreisenden Polizisten und Soldaten der Bundeswehr überwältigt werden. Der Prozess sollte am Donnerstag fortgesetzt werden.